Rennrad-Tour mit Igeln, Eidechsen, Ziegen und Kühen auf Gran Canaria

Füße statt toter Tiere

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Hallo, hier ist wieder Paula. Meine Gedanken wanderten heute beim Rennrad fahren zu vielen Tieren auf Gran Canaria: Igeln, Eidechsen, Ziegen und Kühen.

Bin vor der Sonne wach

Ich traue mich das ja kaum zu sagen, aber doch, ich wachte freiwillig um halb Sieben auf. Da war mein Schicksal geschmiedet! War ich gestern noch unschlüssig, ob ich fahren sollte, denn eine Rennrad-Tour würde ich in der Mittagssonne nicht schaffen, gab es nun kein Halten mehr. Ein Blick nach draußen in die Dunkelheit ließ mich ungeduldig ein paar spanisch Vokabeln lernen. Und alle paar Minuten blickte ich nach draußen und schaute, wie weit die Sonne schon war. Als es endlich hell genug war, fuhr ich los.

Viele Igel auf Gran Canaria

Heute begegnete ich vielen Tieren, die mir über den Weg liefen. Obwohl … liefen? Ich sah noch niemals in meinem so viele Igel, wie hier auf Gran Canaria. Jedes Mal, wenn ich einen Igel sehe, denke ich, huch, wie kommt der denn hierher? Instinktiv frage ich mich immer, wie dieser Igel den Weg aus Deutschland schaffte. ABer eigentlich ja quatsch, warum nur Deutschland? Aber denke ich an Igel, denke ich an Winterschlaf. Und wo bitte schön kann hier auf Gran Canaria ein Igel ein Winterschlaf halten? Genau! Also passt ein Igel nicht wirklich auf die Insel. Ich vermute mal, dass den hiesigen Igeln auch der Winterschlaf fehlt. Vermutlich erholen Sie sich im Winter, um im Sommer dann fit zu sein. Müssen sie ja auch, immerhin drohen böse Reifen mit Stahlkappen. Und kanarische Igel scheinen nicht fit zu sein, sonst würde ich nicht so viele auf dem Asphalt liegen sehen. Also … platt.

Eidechsen rascheln nur

Eidechsen sind ja schon fast ein Wahrheitszeichen oder werden hier, wie in Indien die Kuh, verehrt. Na ja, ganz so sicher nicht, aber es gibt Gehwegplatten mit eingestanzten Eidechsenformen, ebenso hängen an diversen Häusern und Felswänden übergroße Eidechsen, mal farblich angepasst, mal grell und bunt. Also diese Eidechsen höre ich ständig rascheln, wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin. Und bei jedem Rascheln denke ich, bleibt bloß wo ihr seid und unterschätzt mich nicht. Denn eines möchte ich niemals nicht erleben! Wenn ich einer Eidechse, die vor mir über die Straße läuft, den Schwanz abfahre. Nee, schon der Gedanke … fürchterlich. Noch fürchterlicher als Kakerlaken im Bett. Und auch da sehe ich viele auf der Straße, wenn auch nicht vom Rennrad-Reifen zertrennt, aber wohl von Autoreifen zerquetscht. Sieht auch nicht schön aus.

Füße statt toter Tiere auf Gran Canaria
Füße statt toter Tiere

Ziegen und Kühe halten sich versteckt

Ziegen und Kühe fallen einem Touristen auf Gran Canaria nicht wirklich auf. Zumindest mir nicht. Sie stehen auch nicht auf Weiden an den Straßen, wie in Deutschland. Als Kuh hätte ich auch keine Lust auf diese Hitze. Aber wenn ich mit dem Rennrad Richtung Landesinnere fahre, dann rieche ich öfters, dass Tierhaltung betrieben wird. Sehen tue ich keine Kühe, mal ein paar Ziegen, aber eigentlich sind die gut versteckt. Ich rieche sie und denke, wie in Deutschland. Es ist halt nicht alles anders auf dieser Insel.

Eine Begegnung mit einer Kuh

Allerdings wundere ich mich über die Hinweisschilder, die vor Kühen warnen. Bis dato sah ich bei diesen Schildern weit und breit keine Kuh und das darf auch gerne so bleiben. Habe keine Lust auf eine Bekanntschaft in den Bergen, wo ich keine Fluchtmöglichkeit habe. Gut, sie sollen friedlich sein, aber wer weiß das schon? Wer weiß, wie die Kühe hier auf Gran Canaria drauf sind. Vielleicht solidarisieren sie sich mit den toten Igeln oder Eidechsen und sehen dann nur, dass ich zwei potentielle Tötungs-Reifen mein Eigen nenne. Von so einer Begegnung muss ich hoffentlich hier niemals berichten.

Eure,

Paula

Was machen Kanaren auf Gran Canaria am Meer beim Badeverbot?

Trotz Sprungverbot kann bei hohem Wasserstand dieses gefahrlos durchgeführt werden. Playa Arinaga auf Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Der starke Wind und die Strömung führt zu hohen Wellen, Hochwasser und Badeverbot. Der Umgang und das Verhalten schaute ich mir an.

Anhaltendes Badeverbot

rote Fahne bedeutet auf Gran Canaria Badeverbot wegen starker Strömungen
rote Fahne bedeutet auf Gran Canaria Badeverbot wegen starker Strömungen

Es war der dritte Tag hintereinander, dass der Wasserstand weit über dem normalen war. Die Wellen rauschen mit solcher Wucht an den Strand, dass diese Geräusche weit zu hören sind. Dieses Mal ging ich ohne Schwimmbrille und Handtuch, sondern mit Fotoapparat bewaffnet, an den Strand. Und es sollte sich lohnen.

Hochwasser oder hohes Wasser?

starker Wellengang am Playa de Arinaga - Gran Canaria
starker Wellengang am Playa de Arinaga – Gran Canaria

Als erstes war ich wieder überrascht, wie es sein kann, dass ein ganzes Meer 1-2 Meter höher steht. Woher kommt das viele Wasser? Und wem wird es gestohlen? Ich blicke also gen Osten und überlege, wie wohl die Strände in Afrika aussehen. Vermutlich wie an der Nordsee bei Ebbe. Muss ja, das Wasser wird ja nicht hergezaubert.

Die Wucht des Wassers

Überschwemmung der Promenade in Playa Arinaga auf Gran Canaria
Überschwemmung der Promenade in Playa Arinaga auf Gran Canaria

Mich erstaunt die Wucht des Wasser. Von weitem sehe ich die Kraft, die Wasser ausüben kann. Das sehen wir ja auch immer wieder bei Hochwasser in Deutschland oder beim Tsunami, aber es ist mir jedes Mal wieder unbegreiflich, was aus diesem schlafenden Riesen werden kann. Gestern noch ohne Wellen auf dem Wasser toter Mann gespielt und heute traut sich keiner mehr in die Nähe des Wasser.

Trotzdem sind die Kanaren auf ihrer Promenade

Die Promenade war wieder voll, aber anders. Alle standen sie ein paar Meter weiter zurück und machten dort Picknick oder sonnten sich. Denn die Sonne strahlte wie eh und je. Es war ja nur das Baden verboten, was an der roten Fahne ersichtlich ist. Und dass sich an diese Badeverbot bei dem Steinstrand gehalten wird, kann ich gut verstehen. Ich durfte am eigenen Leib erleben, was es heißt im Wasser zu stehen und ein fußgroßer Stein wird durch eine Welle auf zwei Zehen geschleudert. Da hilft auch kein Auftrieb vom Wasser mehr. Da bleiben gebrochene Zehen zurück.

Schutzmaßnahmen gegen das Wasser

Schutzmaßnahmen gegen Wellen und Meerwasser in Playa Arinaga auf Gran Canaria
Schutzmaßnahmen gegen Wellen und Meerwasser in Playa Arinaga auf Gran Canaria

Auch hier am Strand schützten sich die Anwohner bzw. Restaurantbesitzer vorm Wasser. Täuschte ich mich oder fingen sämtliche Umherstehenden an zu fotografieren, als ich alles und jedes aufnahm? Es schien so. Besonders, als die Promenade ordentlich überspült wurde. Ich ging weiter, wollte schauen, wie es an anderen Stellen aussah. Im Wasser erblickte ich dann zwei Gruppen von Jugendlichen, die vermutlich auf so ein Wetter warten. Denn Sie freuten sich über die gigantischen Wellen an diesem Strand.

Verbote gelten heute nicht

Trotz Sprungverbot kann bei hohem Wasserstand dieses gefahrlos durchgeführt werden. Playa Arinaga auf Gran Canaria
Trotz Sprungverbot kann bei hohem Wasserstand dieses gefahrlos durchgeführt werden.

Bei dem Steg, der ins Wasser hinein führt, steht, dass das Springen vom Rand verboten sei. Sonst sah ich auch keinen, der sich an diesem widersetzte. Aber heute sprangen dort die Kinder reihenweise ins Wasser. Dem gestiegenen Wasserspiegel sei dank. Da ist genügend Wasser über den Steinen. Aber was auffällig war, es standen an allen Ecken und Kanten Rettungskräfte. Die Gefahr durch die Strömungen und die wuchtigen Wellen war enorm und trotz Badeverbot befanden sich viele Menschen im Wasser. Alle 50-100 Meter sah ich einen Socorristen (Rettungsschimmer).

Wellen schleudern Steine umher

Steine wurden über die Promenade auf die Straße geschleudert.
Steine wurden über die Promenade auf die Straße geschleudert.

Als ich das schöne Schauspiel einmal komplett sah, ging ich wieder nach Hause. Und dort sah ich dann, dass es nicht nur schön, herrlich und traumhaft aussieht. Denn dort sah ich, dass mehrere Wellen faustgroße Steine über die Promenade bis zur Straße schleuderten. Da kann ich nur hoffen, dass die Menschen,die vorher an dieser Stelle saßen, nicht mehr dort saßen. Da sah ich dann das Ausmaß, welches es annehmen kann und wurde wieder etwas demütiger.

Eure,

Paula

Gran Canaria – Auswandern, Abmeldung, Haarfärbung, Badeverbot

starker Wellengang am Playa de Arinaga - Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Was hat es mit der Abmeldung aus Deutschland auf sich, wieso färben sich meine Haare hier von allein und ich erlebe ein Badeverbot aufgrund starker Strömungen.

Auf Auswanderung folgt Abmeldung – oder?

starker Wellengang am Playa de Arinaga - Gran Canaria
starker Wellengang am Playa de Arinaga – Gran Canaria

Als erstes frage ich mich natürlich, wie das so ist, mit dem Auswandern und der dazugehörigen Abmeldung aus Deutschland. Ich bin nun offiziell in Deutschland abgemeldet und habe meinen hauptwohnsitz in Spanien. Logissch, wohne ich ja auch hier. Aber meine Einkünfte, die erwirtschafte ich, wenn man das so sagen kann, in Deutschland. Also bin ich in Deutschland steuerpflichtig. Aber welches Finanzamt ist für mich zuständig, wenn ich keinen Wohnsitz mehr in Deutschland habe?

Haarfärbemittel inclusive

Das Phänomen, dass sich die Haarfarbe ändert, wenn man länger in der Sonne ist, kennen sicherlich viele. Wenn nicht am eigenen Leibe erlebt, dann sicher bei anderen gesehen. Ich zum Beispiel bekomme hellere Haare, je brauner ich werde und entsprechend länger ich ind er Sonne bin. Das bezieht sich auf alle haare, also nicht nur meine Haare auf dem Kopf sehen aus wie gefärbt, Strähnchen, und auch die Haarfarbe ansich hellte sich auf, nein auch meine Haare am Körper sind nun alle schön blond.

Mittel färbt nur Haare von Deutschen

Das an sich finde ich schon toll und bemerkenswert, aber ich frage mich, warum das nur mir und anderen Menschen ergeht, die ebenfalls aus dem Norden kommen und Sonne nicht so gewöhnt sind. Obwohl sich das ja in Deutschland auch ändert durch die Erderwärmung. Wieso sind denn die haare der Spanier dunkel? Warum färben sich die Haare nicht hell oder blond? Was ist an deren haaren anders? Denn sie färben sich auch nicht anders, wenn Sie dann dauerhaft im kalten Deutschland zubringen.

Badeverbot und lange Gesichter

starker Wellengang am Playa de Arinaga - Gran Canaria
starker Wellengang am Playa de Arinaga – Gran Canaria

Und das gibt es natürlich auch. Das Wetter ist dann doch nicht immer nur schön. Ich machte mich mit Badesachen auf zum Strand und dort wurde ich von einem starken Wind begrüsst. Ja, auf den Wind ist imemr verlass! Der begrüsst mich immer sehr, es war allerdings sehr stürmisch, die Begrüßung. Andere fanden diese stürmische Begrüßung wohl auch niht so lustig, denn ich war die einzige am Strand. Und dieser Strand ist normalerweise übervoll!

Rote Fahne warnt vor den Strömungen

rote Fahne bedeutet auf Gran Canaria Badeverbot wegen starker Strömungen
rote Fahne bedeutet auf Gran Canaria Badeverbot wegen starker Strömungen

Eine nette rote Fahne wurde aufgehängt, so fühlte ich mich nicht ganz so verlassen. ich setzte mich etwas weg vom Strand auf einen Stein und beobachtete die Wellen und das Meer. Denn der Strand, der sonst friedlich und sehr ruhig vor mir lag, war nicht wieder zu erkennen. Hohe Wellen, starke Ströumgen, sogar die Promenade wurde regelmäßig abgekühlt bei diesen heißen Temperaturen. AN manchen Stellen sah ich die Steine nicht mehr, so sehr wurde von den Wellen Sand angetrieben. Ein sChauspiel, auch wenn ich leider mein Schwimmen absagen musste.

Beim nächsten Mal werde ich vorher auf die Geräusche achten, die ich auf meinem Balkon vernehme. Denn ich hörte Geräusche, die ich sonst nicht vernahm, konnte diese allerdings nicht zuordnen. Das hat sich aber heute geändert.

Eure,

Paula

Sonne, Wärme, Kakerlaken und Musik – Gran Canaria

strahlend blauer Himmel bei 27 Grad auf Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Sitze um Mitternacht mit kurzen Hosen und Trägershirt auf dem Balkon und wundere mich über den Friedhof der Kakerlaken.

Warmes und schönes Wetter satt

strahlend blauer Himmel bei 27 Grad auf Gran Canaria
strahlend blauer Himmel bei 27 Grad auf Gran Canaria

Egal, wann ich aus dem Fenster schaue oder auf dem Balkon sitze, es ist schön warm. Gut, manchmal ist der Wind etwas kräftiger, aber dann ziehe ich mir kein Trägershirt, sondern ein kurzes T-Shirt an, und alles ist gut. Gehe ich aus dem Haus, dann brauche ich nichts anderes anziehen, denn auch damit komme ich bei der Wärme gut hin.

Wolken zeigen sich kurz

Wolken zeigen sich kurz, um zu sagen, es gibt uns noch
Wolken zeigen sich kurz, um zu sagen, es gibt uns noch

Sollte es mal Wolken geben, die – wenn üerhaupt – bevorzugt am Morgen und Vormittag zu sehen sind, dann vergehen diese spätestens nach zweit Stunden. Egal, wie dunkel diese Wolken aussehen mögen, sie verziehen sich und weichen einem strahlend blauen Himmel.

Kann man sich übersehen am Wetter?

Ist es möglich, dass ich irgendwann über dieses Traumwetter schimpfe? Denn ich fragte mich das schon die ganzen Tage und Wochen, wenn ich nicht über das Wetter schimpfen kann, dann fehlt mir doch ein Ventil. In Deutschland musste ich regelmäßig schimpfen, weil es entweder zu warm oder zu kalt war, zu nass oder zu trocken. Irgendwas war immer. Und nun? Alles super!

Ich bin gespannt, ob ich mir ein Ersatzthema suche, über das ich dann schimpfen kann. Oder wird es so kommen, dass ich über das gute Wetter schimpfe? Kennt sich jemand aus? Kann man sich an dem tollen Wetter satt sehen?

Kakerlaken Friedhof

Kakerlaken kommen zum Sterben in meine Wohnung
Kakerlaken kommen zum Sterben in meine Wohnung

Neuerdings wundere ich mich allerdings über eine andere Sache. Ich habe nun schon die vierte tote Kakerlake in meiner Wohnung gefunden. Nun sind mir tote Kakerlaken lieber als lebendige, aber gar keine wären mein Favorit. Nur mal so. Und ich frage mich, wieso diese Kakerlaken zu mir in die Wohnung kommen, um zu sterben!? Lebe ich etwa in einem Kakerlaken Friedhof? Und wenn ja, was bedeutet das?

Darüber werde ich mir keine Gedanken machen, sondern das schöne Wetter und die schöne spanische Musik auf meinem Balkon genießen.

Eure,

Paula

Machogehabe kann auch richtig wohltuend sein – manchmal

Parkbank im Schatten Las Palmas Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Es gibt Tage, an denen freue ich mich diebisch über Begebenheiten, über die ich mich sonst aufregen würde. Machogehabe von Männern, zum Beispiel.

Es gibt so Tage wie diese

Ich schrieb gestern von meinem gebrauchten Tag als ich mich auf meinem Rennrad Richtung Berge quälte und der Tag einfach nicht so sein sollte, wie ich es geplant und damit gewünscht hätte. Aber was soll ich sagen, dann kam sie, die Begebenheit, die mich noch eine Weile beschäftigen sollte.

Auf der Suche nach Ablenkung

leere Straßen Cruce de Arinaga im Osten von Gran Canaria
leere Straßen Cruce de Arinaga im Osten von Gran Canaria

In Vecindario fuhr ich Richtung Cruz de Sardina, eine lange Straße, die morgens am Sonntag ziemlich leer ist. In der Ferne sehe ich einen Mann, wie er auf einer Parkbank sitzt. Es scheint, als telefonierte er. Er stand auf, ging ein paar Schritte und hielt sich das Handy ans Ohr. Da es sonst nichts in der dieser Straße gab, beobachtete ich ihn während ich ihm näher kam. Das ging eine Weile so weiter. Als ich in seiner Nähe war, klappte er sein Handy zu und ging zur Straße. Er musste warten, bis ich vorbei fuhr, zumindest tat er es, was ich nett fand. Aber der Umgang mit Rennrad-Fahrern ist erstaunlich freundlich und entspannt.

Sonntagsfahrten sind einsam

Parkbank im Schatten Las Palmas Gran Canaria
Parkbank im Schatten

Ich blickte nach vorne, aber es gab keinen weiteren Menschen, den ich beobachten konnte. Freute mich heute über Abwechslung, weil die Konzentration auf mich selbst, heute nur rückmeldete: ich bin müde, ich bin schlapp, können wir nicht wieder umdrehen? Da sah ich im Augenwinkel, wie mich der Mann taxierte, ziemlich lange und intensiv. Und dann kam es. Ich hörte es deutlich. Es war ein Pfeifen, er pfiff mir hinterher, weil ihm gefallen hatte, was er sah!

Traumfrau erschien vor meinem geistigen Auge

Atlantik vor Arinaga im Osten von Gran Canaria.
Atlantik vor Arinaga im Osten von Gran Canaria.

Sofort hatte ich ein wunderschönes Bild vor Augen, wie eine schlanke, sportliche, gut aussehende Frau mit ihrem Rennrad durch die Straßen raste. Diese Frau war braun gebrannt und ein fröhlicher Mensch. Ich lächelte und war diesem Herrn sehr dankbar! Obwohl ich eigentlich nicht auf das hinterher pfeiffen bei Frauen stehe, machte mich diese kleine Geste doch sehr glücklich. Das Lächeln bekam ich nicht mehr aus dem Gesicht und ich bemühte mich – ehrlicherweise – auch nicht besonders. Ich genoss es einfach.

Vermied trotzdem das Bedanken

Ich unterdrückte den Impuls mich umzudrehen, um ihm zu zeigen, wie sehr mich sein Pfeiffen ermunterte und ich blickte auch nicht an mir hinunter, um mein inneres Bild mit der Realität abzugleichen. Nö, dieses Gefühl, als doch schon in die Jahre gekommene Frau attracktiv zu sein, genoss ich und nahm ich mit auf die Tour. Auch wenn ich mich nicht umdrehte, mein Lächeln muss er gefühlt haben und er darf es wieder tun. Das Pfeiffen und vermutlich werde ich wieder Lächeln.

Eure,

Paula

Wenn sich Körper und Wetter verbünden – bleibt die Umkehr

Morgensonne Arinaga Gran Canaria.

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Hallo, hier ist wieder Paula. Wenn sich mein Körper mit dem Wetter verbündet, sollte ich lieber hören, dann wäre mir Hitze und Kreislaufprobleme erspart geblieben. Aber so …

Morgens um vier Uhr war Schluss

Morgensonne Arinaga Gran Canaria.
Morgensonne Arinaga Gran Canaria.

Heute morgen war ich wirklich bedient. Gestern hatte ich alles so schön geplant. Heute sollte eine Tour nach Santa Lucia erfolgen, schön langsam, weil ich merke, dass der rasante Anstieg vom Sport seine Spuren hinterlässt. Also sollte eine wirklich langsame Tour folgen mit einem Cafe solo in der kleinen süßen Bar oben in Santa Lucia. Dort sah ich letztens viele Radsportler sitzen, weshalb ich mich schon auf ein nettes Gespräch freute.

Überholtes Rennrad wartet ungeduldig

Aber es sollte alles anders kommen, als geplant. Dabei hatte ich gestern extra meine Bremsen nachgestellt, die Reifen aufgepumpt und das Trinken kalt gestellt. Aber heute Morgen um vier Uhr war Schluss mit lustig. Es war nicht mehr an Schlaf zu denken. Fit war ich aber auch nicht, schlief ich nur vier Stunden. Ein Blick nach draußen sagte mir, es bringt nichts, vor acht Uhr brauchst du nicht losfahren. Eh schon müde von den letzten Wochen, hätte ich diesen Schlaf vor der Fahrt so gut gebrauchen können. Nö, aber mein Körper rebellierte. Meinte einfach nicht schlafen zu müssen. Jegliche Überredungskunst verpuffte und reichte lediglich für wenige Minuten bis zur nächsten Wachphase.

Ich lief in der Nacht einen Marathon – und Sie so?

Hitze und kein Wind im Barranco de Guayadeque fühlt sich an wie ein heißer Ofen.
Hitze und kein Wind im Barranco de Guayadeque fühlt sich an wie ein heißer Ofen.

Um acht Uhr hatte ich die Schnauze voll und wollte aufstehen. Allerdings überlegte ich, wie ich das mit dem Radfahren mache. Ich fühlte mich arg matschig, wie durchgekaut und so gar nicht gerüstet für die Fahrt. Während ich überlegte, welche Tour ich stattdessen fahren könnte, rebellierte mein Körper erneut und ich schlief über die Überlegungen ein. Na toll, um zehn Uhr wurde ich wieder wach und es fühlte sich an, als hätte ich in der Nacht einen Marathon mit anschließendem Krafttraining hinter mir. Mir tat jeder Muskel weh und ich fragte mich, ob ich irgendwas in der Nacht nicht mitbekommen hatte. Das ging doch nicht mit rechten Dingen zu.

Rennrad-Tour nur ohne Muskelkater

Okay, da ich mich kaum bewegen konnte, strich ich traurig meine Fahrt in die Berge. Dabei hatte ich mich so gefreut und nun … schade. Aus Frust aß ich dann gleich mal Magdalenas und trank meinen Guten-Morgen-Kaffee. Dabei las ich im Bett meinen angefangenen Roman zu Ende. Als ich den durch hatte, meine Magdalenas leerem Papier wich, mein Becher leer vor sich hinstarrte, wollte ich Nachschub holen. Und was musste ich dann bemerken? Der nächste Streich. Mein Körper bewegte sich wieder recht geschmeidig, gut, nicht wie bei einer zwanzigjährigen, die voll im Saft steht, aber immerhin konnte ich mich ohne Schmerzen bewegen.

Kurze Hochphase nutze ich sofort aus

Landschaft zum Genießen auf Gran Canaria
Landschaft zum Genießen auf Gran Canaria

Kurzfristig nutze ich die Chance, dass mein Körper anscheinend vergass zu rebellieren und startete meine Tour. Zwar mehr als zwei Stunden später als geplant, aber das war mir Wurst. Dafür würde ich in Santa Lucia eine längere Pause einlegen. Das bekäme ich schon hin. Vielleicht war sogar eine kleine Tapas drin. In Gedanken suchte ich mir schon mal aus, was ich später wählen würde. Allerdings hat sich mein Körper wieder erholt und meinte mir erneut Steine in den Weg zu legen. Die Beine wurden mit jedem Tritt schwerer und als ich bergauf fuhr, wünschte ich mir so sehr den Wind herbei. Wenn er nicht da ist, fehlt er mir dann doch. Egal, wie viel ich sonst über ihn schimpfe. Das alles immer gleich so beleidigt reagiert und alles einstellt.

Hitze kann ganz schön heiß sein

Also fuhr ich die ersten Meter den Berg hoch und ich wusste, warum in den Foren davon abgeraten wird die Rennrad-Touren zu spät am Tag zu beginnen. Als würde ich in einem Ofen fahren. Einem schräg stehenden Ofen natürlich, denn es ging ja bergauf. Der Schweiß lief mir in die Augen und da fand ich, hatte es so gar nichts zu suchen. Arg unangenehm, brannte richtig ein wenig. Als ich dann überlegte, in Era de Cardón nicht nach Santa Lucia, sondern über Los Corralillos direkt nach Hause zu fahren, meinte mein Körper, dass das immer noch zu weit ist und rebellierte auf Höchststufe. Kreislaufprobleme! na super, mit denen gab ich nach, was sollte ich auch sonst machen? Ich drehte und fuhr die Strecke wieder zurück. Als ob mein Körper lachen würde, war der Kreislauf schlagartig wieder fit, das Wetter hatte sich mit meinem Körper verbündet und wehte mir heftigst ins Gesicht. Gegenwind! So werden wir keine Freunde mehr, wirklich nicht.

Eure,

Paula

Rennrad-Tour zum Barranco de Guayadeque bei Agüimes

Barranco de Guayadeque Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Rennrad-Tour im Barranco de Guayadeque, heißt in absolut schöner Gegend fahren, aber auf so schlechtem Apshalt, dass ich leider umkehrte.

Manche Gefühle sollte ich ernster nehmen

 

 

Barranco de Guayadeque Gran Canaria
Barranco de Guayadeque Gran Canaria

 

Es gibt Dinge, die sollte man nicht machen. Und wenn es so ist, dass man jedes Mal ein ungutes Gefühl dabei hat, es aber immer gut ging, sollte man sich drauf einstellen, dass es irgendwann vorbei ist mit dem Gutgehen. Ich fotografierte und übertrug meine Fotos von der Kamera auf den Laptop. Nach dem Übertragen wurde ich immer gefragt, ob ich die Fotos auf der Kamera behalten oder löschen möchte. Ich klickte immer auf löschen, da die Speicherkarte sonst schnell voll wäre, aber jedes Mal hatte ich den Gedanken „aber wehe, es gibt einen Fehler auf dem Laptop, dann sind die Fotos futsch“. Ja, und was soll ich sagen? Gestern übertrug ich wie immer, löschte auf der Kamera und dann hing sich mein Programm auf.

Apfeltalk.de und PhotoRec halfen

Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit seinen vielen Höhlen
Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit seinen vielen Höhlen

Nach dem alles wieder lief, kam der Schock! Die Bilder waren nicht mehr da. Auf der Kamera waren sie – logischerweise – auch nicht mehr. Also trat genau der Fall ein, den ich nicht wahrhaben wollte. Mit „Es wird schon ncihts passieren“ überging ich diese Gedanken. Immerhin nehme ich mir vor, diesen Gedanken in Zukunft mehr Raum zu geben. Vielleicht ändere ich mein Verhalten ja noch, wer weiß. Nun saß ich den ganzen Tag und versuchte die Daten zu retten, wenn es ging, kostenlos. Manche Preise sind schon Wucher! Aber ich fand über apfeltalk.de das open-source Programm PhotoRec. Mit diesem rettete ich meine Daten und deshalb kann es heute mit Verzögerung mit dem Blog losgehen.

Barranco de Guayadeque mit seinen Höhlenrestaurants

Diese Woche standen nur zwei Ausfahrten an, weshalb ich sie etwas anspruchsvoller plante. Gestern wollte ich den Barranco de Guayadeque befahren und auf mich wirken lassen. Bis dato war ich dort immer nur mit dem Auto, meiste einem Jeep. Die Straße beim Barranco de Guayadeque führt direkt im trockenen Flussbett entlang. Ich blickte also von unten nach links und rechts hinauf zu den gewaltigen Fels- und Bergwänden. Dieser Barranco ist bekannt für seine Höhlen. Es gibt am Anfang des Barranco eine Ausstellung mit der Geschichte des Barrancos. Weiter in den Bergen, auf einer Höhe von 700 Metern, kommen Restaurants und Cafés, die sich in den Höhlen befinden. Bis dahin kam ich leider nicht.

Gegenwind, schlechter Asphalt und Anstiege

Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit Blick auf Agüimes
Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit Blick auf Agüimes

Meine Planung der Touren erfolgt meist so, dass ich dem Gegenwind so gut es geht, aus dem Wege gehe und mir die Möglichkeiten der Einkehr ermögliche. So konnte ich jederzeit eine Rast oder Pause machen und mich bei Bedarf stärken. Was ich nicht ganz verstand, war, dass ich Gegenwind hatte. Nun kommt der Wind für gewöhnlich (zu 99%) von Nordosten und ich fuhr Richtung Westen. Und leider, leider, führte die Kombination von Gegenwind, schlechtem Belag und Berganstieg dazu, dass ich diese Tour nicht zu Ende fuhr. Ich drehte um und fand es schade, dass diese ansich schöne Tour für das Training nicht infrage kam. Es ist eine einsame, wunderschöne Strecke, mit einem schönen Anstieg zum Üben.

Schmetterlingsfarm und Parque de los Cocodrilos

Heute fuhr ich zum ersten Mal von unten nach Los Corralillos und entdeckte unterhalb des Parque de los Cocodrilos eine Schmetterlings-Farm. Diese ist gut mit dem Mountainbike zuerfahren, sodass ich mir diese mal anschauen werde. Was mich allerdings stutzig macht, ist, dass auf dem Hinweisschild das Wort Schmetterlingsfarm in deutsch und englisch stand, aber nicht in spanisch. Vielleicht doch nur eine Touristenattraktion? Ich werde sehen. Heute aber, wollte ich bei der Hitze nur noch nach Hause. Denn trotz des Windes, der heute sehr schwül war, stand die Hitze.

Eure,

Paula

 

 

Auswanderin-Gran Canaria trifft Auswanderin-Teneriffa

Serpentinen für Motorrad-Touren auf Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Ein Treffen von deutschen Auswanderinnen auf Gran Canaria, die sich austauschen und über ihre Auswanderung sprechen.

Auswanderinnen-Treffen

Wie das Leben so spielt lernen sich natürlich Auswanderinnen kennen. Obwohl die jeweiligen Inseln sehr klein sind, Gran Canaria zählt ca. 830.000 Einwohner und Teneriffa zählt 900.000 Einwohner, trafen wir uns über das Internet. Das Internet verbindet alles und jeden. Da kann selbst der Klatsch und Tratsch nicht mithalten. So kam es, dass ich Auswanderin Ulla Oswald über das Internet kennenlernte und wir bald ein Treffen vereinbarten. Sie wollte sich Gran Canaria zum ersten Mal ansehen, sodass sich ein Treffen anbot.

Treffen in Playa de Cabrón

Bei unserem Treffen kam Ulla zu mir nach Playa Arinaga und wir fuhren dann weiter zum Strand Playa de Cabrón. Dort war es ruhig und wir konnten uns in Ruhe unterhalten. Anschließend wurde noch eine potentielle Anlaufstelle auf Gran Canaria getestet. Sie liegt verträumt im Ort Tejeda und hat eine Regenbogenfahne im Blumenkasten. Sehr engagierte, freundliche und hilfsbereite Besitzer. Mir hat es gefallen, ob es auf den Motorrad-Touren angesteuert wird?

Amazon Wind – Motorradtouren auf den Kanaren

Serpentinen für Motorrad-Touren auf Gran Canaria
Serpentinen für Motorrad-Touren auf Gran Canaria

Nachdem wir unsere Gründe für die Auswanderung austauschten und es mich erstaunte, dass die Gründe für die Auswanderung doch oftmals sehr ähnlich sind, kamen wir auch zu unseren Tätigkeiten. Sie ist Therapeutin, aber hat aufgrund ihrer Liebe zu Motorrädern auf Teneriffa ein Unternehmen eröffnet. Sie bietet Motorradreisen an und vermittelt bei Bedarf auch Motorräder. Ihr Plan ist, dass in der atemberaubenden Natur, entspannte Touren unternommen werden. Die Unterkunft wird bei dem Angebot gleich mit gebucht. Im Angebot ist auch eine Burn-out-Tour für Frauen. Ich kann mir vorstellen, dass das ein interessantes Angebot ist.

Ausweitung auf Gran Canaria

Landschaft zum Genießen auf Gran Canaria
Landschaft zum Genießen auf Gran Canaria

Auf Gran Canaria war sie, um sich umzuschauen, inwieweit sie ihre Touren auch auf diese Insel ausweiten kann. Sollte sich Gran Canaria anbieten, würde sie auch Inselhopping ins Auge fassen. Es könnte sein, dass ein paar Touren auf Teneriffa und ein paar auf Gran Canaria stattfinden. Bin sehr gespannt, wie ihr Geschäft anläuft. Denn diese Touren bietet sie seit kurzem auf Teneriffa an. Aber die Idee ist gut, denn immer mehr Menschen interessieren sich für die Natur, Entspannung und Ruhe. Entschleunigung ist das Zauberwort. Da bieten sich entspannte Motorradtouren an. Ich wünsche ihr mit ihrer Idee alles Gute!

Eure,

Paula

Von 0 auf 828 in 128 Minuten mit dem Rennrad nach Santa Lucía

Barranco de Tirajana auf Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Meine Sonntagsausfahrt mit dem Rennrad sollte bis Santa Lucía auf eine Höhe von 828 Metern führen, vorausgesetzt ich erreiche den Bergkamm.

Sonntagstour nach Santa Lucía

Am heutigen Morgen war ich etwas geschafft und müde vorm Vortag. Deshalb fuhr ich zwar meine geplante Route los, aber es gab genügend Abzweigungen an denen ich hätte die Strecke abkürzen können. Denn ich wollte 53 km fahren mit insgesamt 1.000 Höhenmetern. Meine derzeitigen Strecken waren 20 km kürzer und 500 Höhenmeter weniger. Für den Sonntag dachte ich, könnte ich das mal angehen. Das Wetter spielte mit, es war zwar sehr warm, aber der Wind war nicht so schlimm.

Tapfer fuhr ich Richtung Anstieg

Anstieg von Era de Cardon nach Santa Lucía auf Gran Canaria.
Anstieg von Era de Cardon nach Santa Lucía auf Gran Canaria.

Nach dem Ort Era de Cardon kam meine Abzweigung. Auf dem Kilometer vorher sah ich den Anstieg, der über den Berg führte und sehr bedrohlich für meine Beine aussah. Aber tapfer fuhr ich bei der Abzweigung nicht wie die letzten Mal rechts ab Richtung Agüimes, nein, ich fuhr nach links Richtung Santa Lucía. Mir war klar, dass ich diesen Anstieg nicht komplett schaffen würde und war gespannt, wie weit ich es fahren könnte. Die Anstiege waren von Anfang an steiler, als die bisherigen, aber erstaunlicherweise fuhr es sich recht gut.

Mit Blick zum Asphalt fuhr ich hoch

Mein Blick wanderte immer wieder zur nächsten Biegung und wunderte mich jedes Mal, wenn ich dort ankam und immer noch Kraft hatte, um weiter zu fahren. So fuhr ich von Anstieg zu Anstieg und plötzlich teilte sich vor mir der Felsen. Ich hatte es geschafft und war auf der Bergspitze! Ich hatte es tatsächlich geschafft. Niemals hätte ich das gedacht, nicht heute und sonst auch mit mehr Problemen. Aber nein, ich rollte auf die andere Seite des Berges mit einem lauten Freudenschrei.

Barranco de Tirajana – gigantisch

Barranco de Tirajana auf Gran Canaria
Barranco de Tirajana auf Gran Canaria

Hinter der Bergspitze öffnete sich eine atemberaubende Landschaft. Es gab zwei Bergketten, die vom Barranco de Tirajana getrennt waren. Ich fuhr Richtung Santa Lucía und blickte in das Tal und sah gegenüber die steilen Felswände. Gigantisch! Der Berg Amurga, auf den ich blickte maß stolze 1.131 Meter. Die Strecke nach Santa Lucía führte westwärts und ich entdeckte bald die Ortschaft San Bartolomé in den Bergen. Es sah so aus, als ob San Bartolomé direkt in den kompletten Barranco einsehen konnte.

Barranco de Tirajana mit Blick auf Amurga (1131m) auf Gran Canaria.
Barranco de Tirajana mit Blick auf Amurga (1131m) auf Gran Canaria.

Zwischendrinnen fuhr ich am Stausee Embalse de Tirajana vorbei, der – wie alle anderen Stauseen derzeit – sehr wenig Wasser enthielt. Es führte ein Weg hinab zum Stausee, der auch ein Restaurant bot. Dort wurde der Ausblick mit Schildern angepriesen und ich schwor mir, beim nächsten Mal diese 500 Meter hinab und wieder hinauf zu fahren, um dort unten Fotos zu machen. Von der Staumauer aus, musste der Blick in den Barranco wunderschön sein.

Pause in Santa Lucía gestrichen

Da ich nicht wusste, wie ich die Hälfte des Weges hinter mich gebracht haben würde, plante ich einen Halt in Santa Lucía für eine  kurze Kaffeepause. Allerdings war ich fitter als ich dachte und fuhr direkt vor der Ortschaft Richtung Temisas. Nun würde ein erneuter Anstieg folgen, der so aussah, als ob meine Beine den nicht hochfahren. Konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich diesen steilen Anstieg schaffen sollte. Aber auch dieses Mal täuschte ich mich. Die Anstiege sahen schlimmer aus, als es sich dann tatsächlich fuhr.

Temisas bot sich nicht für eine Rast an

Beim Mirador de Guriete vor Santa Lucía auf Gran Canaria.
Beim Mirador de Guriete vor Santa Lucía auf Gran Canaria.

Nach dem Anstieg fuhr ich über die zweite Bergspitze und ich blickte in das nächste Tal und gegenüber auf den Berg Teheral mit 912 Metern. Die knackigen Anstiege bleiben, allerdings waren diese leichter zu fahren, weil ich mit SChwung von den Abstiegen kam und diesen meistens mitnehmen konnte. Ich merkte, dass ich die Haarnadelkurven besser fuhr. In Temisas liess ich die Pause ausfallen, weil der Ort direkt unter der Straße lag und nicht wirklich zu einer Rast einlud. Direkt an der Straße war ein Cafe, allerdings ohne Außenplätze. Da ich mein Rennrad nicht allein draußen stehen ließ, fuhr ich weiter. Ich hatte noch genügend Trinken und einen halben Riegel, sodass die Rast nicht unbedingt sein musste.

Agüimes empfing mich mit Wind

Nun führte die GC550 Richtung Agüimes und ich spürte den Wind, der vorher von den Bergen abgeschirmt war. Anfangs freute ich mich, da es fast 30 Grad hatte und ich die Abkühlung genoss. Allerdings wurde der Wind mit jedem Kilometer heftiger, sodass er mich zwang langsamer zu fahren. Denn auf den Bergstraßen wurde ich durch den Seitenwind doch arg gebeutelt. Da ich keine Lust auf einen unfreiwilligen Abstieg hatte, gab ich nach. Musste deshalb viel mehr auf den Abstiegen bremsen, als mir lieb war.

Begleitschutz von Guardia Civil

Kurz vor Agüimes bog ich rechts nach Los Corralillos ab, denn die Abfahrt von Agüimes nach Cruce de Arinaga mit dem heftigen Wind, tat ich mir nicht mehr an. Da doch lieber die Strecke über den Crocodrillos Park. Dieser war mit weniger Wind, schönerer Landschaft und weniger Autos eh zu empfehlen. Eine Weile fuhr die Guardia Civil hintermir, weshalb ich peinlichst auf meine Geschwindigkeit achtete. Weshalb sie mich nicht überholten und so lange hinter mir blieben, konnte ich nur raten.

Zu Hause in meiner Wohnung spürte ich nach der dreistündigen Fahrt jeden Muskel, aber war glücklich und happy, dass ich diese Fahrt so erfolgreich und doch recht entspannt fahren konnte. Ich entwickle mich noch zur Bergspezialistin, wenn es so weiter geht.

Eure,

Paula

 

Rennrad fahren auf Gran Canaria: Sonne, Berge, Landschaft und Wind

Roque Aguayro auf Gran Canaria am Morgen

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Hallo, hier ist wieder Paula. Rennrad fahren auf Gran Canaria hat viele Vorteile, wie Wettergarantie, Wärme, Sonne, Berge, abwechslungsreiche Landschaften, einsame Straßen und wenige Nachteile, wie den Wind.

Bilder erscheinen im neuen Design

Heute schreibe ich mal nicht über meine Fahrten ansich, sondern über das Rennrad fahren generell auf Gran Canaria. Und ich habe die ganzen Tage versucht die Bilder zu verschönern. Ich hoffe, es gefällt euch so.

Einsame Straßen im Naturschutzgebiet Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria.
Einsame Straßen im Naturschutzgebiet Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria.

Wettergarantie auf Gran Canaria

In den letzten Jahren bin ich nie regelmäßig gefahren, weil meine Gesundheit nicht so mitspielte. Aber wenn sie mitspielte, sah es immer so aus. Das Wetter wurde besser und ich dachte, mensch, ich könnte doch mal wieder Rennrad fahren. Aber wenn ich fahren wollte, eine Tour geplant hatte, dann kam immer der ängstliche Blick zum Himmel. Bleibt es trocken, eher heiß oder warm, wie ist es im Schatten? Ich überlegte lange welche Kleidung ich anziehen sollte, damit es nicht zuviel und nicht zuwenig ist. Hier nun ist es völlig entspannt. Ich plane einfach eine Tour. Punkt. Die Kleidung habe ich nach der ersten Fahrt gefunden, wenn ich in der Gegend fahre, wie bis dato geschehen. Würde ich zum höchsten Berg, den Poco de las Nievas fahren oder mehr im Norden, würde ich mir eine Regenjacke einstecken. ABer ansonsten? Geniale Rennrad-Bedingungen.

Straßenschäden in den Bergen

Hier mache ich mir ganz andere Gedanken. Denn, wenn ich als norddeutsche Flachlandfahrerin in den Bergen fahre, habe ich schon Respekt, wenn es neben den Leitplanken steil hinunter geht. Und wenn dann die Straßen teilweise zum Tal hin absacken und deutliche Risse zu sehen sind, dann frage ich mich, ob diese Straßen wirklich regelmäßig abgefahren werden, um zu kontrollieren. Auf der anderen Seite fahren hier Pkws und Lkws. Also wenn die Straße diese Gewichte aushält, sollte es auch mit mir und meinem Rennrad klappen.

Risse im Asphalt in den Bergstraßen im Osten von Gran Canaria.
Risse im Asphalt in den Bergstraßen im Osten von Gran Canaria.

Krafttraining optimiert Rennrad fahren

Seit eineinhalb Jahren mache ich Krafttraining mit meinem Körper, also ohne Gewichte. So baue ich meine Muskulatur im ganzen Körper auf und fühle mich viel wohler in meiner Haut. Was ich nicht erwartet hätte, ist, dass mir meine Muskeln im Oberkörper und den Armen beim Rennrad fahren helfen. Da sieht man wieder wie wichtig das Ganzkörpertraining ist! Es bringt Spaß zu sehen, wie der Körper immer fitter wird und auch bei Anstiegen oder bei Seitenwind zulegen kann.

Seitenwind wird wann gefährlich?

Und wo ich beim Thema Seitenwind bin. In den Bergen ist ja normalerweise wenig Wind, allerdings ändert sich das, wenn es weiter nach Norden geht. Zum Beispiel bei Agüimes war der Wind deutlich zu spüren. Da gilt es natürlich doppelt sich zu konzentrieren. Egal, ob in den Bergen oder auch bei den Abstiegen. Denn, wenn ich mit 50 km/h einen Berg hinab fahre und mich der Seitenwind schlängellinien fahren lässt, frage ich mich, ob es sich ankündigen würde, wenn der Wind Geschwindigkeiten annimmt, die mir mein Rad unter mir wegziehen. Denn Bekanntschaft mit dem Asphalt muss ich nicht unbedingt machen, zumindest nicht auf diese Art und Weise.

Felsbrocken von oben

Apropos Gefahren beim Rennrad fahren. Als ich das Schild „Vorsicht fallende Steinbrocken“ sah und dann sah, wo ich durchfahren sollte, fragte ich mich, inwieweit mich mein Radhelm bei einem herabstürzenden Felsbrocken schützen wird. Als ich mittig durch die Felsen fuhr, fragte ich mich, was besser ist: Vom Felsbrocken erschlagen oder vom entgegenkommenden Auto überfahren. Ich entschied mich für das Auto und fuhr weiter mittig hindurch. 🙂

Vorsicht vor fallenden Steinbrocken im Roque Aguayro auf Gran Canaria.

Grundlagenausdauer auch in den Bergen

Anfangs frage ich mich, wie ich mein Grundlagenausdauertraining absolvieren kann. Grundlagenausdauer bedeutet, dass ich mit niedrigem Puls bei möglichst hoher Trittfrequenz fahre. Aber nach den ersten Fahrten kann ich sagen, dass ich dieses Training natürlich mit Rückenwind auf der Küstenstraße absolvieren kann, aber auch wenn ich in die Berge fahre, kann ich so langsam fahren, dass ich im niedrigen Herzfrequenbereich bleibe. Da passt es zwar dann nicht mit der hohen Trittfrequenz, aber ich denke, mit ein bisschen Übung werde ich auch diese Trainingsform hier auf der Insel absolvieren können. Bin also positiv überrascht, dass ich hier trotz vieler Berge ein normales Rennradtraining mit allen Komponenten absolvieren kann.

Die einzige Frage, die jetzt noch bleibt ist, muss man eine Pause einlegen? In Deutschland war diese automatisch im Winter, aber was ist, wenn das ganze JAhr über Frühjahr/Sommer ist? Ist es aus trainingstechnischer Sicht wichtig eine Pause einzulegen oder kann ich durchtrainieren? Wenn nicht, dann nutze ich meine Reisen nach Deutschland, als Trainingspausen.

Eure,

Paula