Rennrad fahren auf Gran Canaria: Sonne, Berge, Landschaft und Wind

Roque Aguayro auf Gran Canaria am Morgen

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Hallo, hier ist wieder Paula. Rennrad fahren auf Gran Canaria hat viele Vorteile, wie Wettergarantie, Wärme, Sonne, Berge, abwechslungsreiche Landschaften, einsame Straßen und wenige Nachteile, wie den Wind.

Bilder erscheinen im neuen Design

Heute schreibe ich mal nicht über meine Fahrten ansich, sondern über das Rennrad fahren generell auf Gran Canaria. Und ich habe die ganzen Tage versucht die Bilder zu verschönern. Ich hoffe, es gefällt euch so.

Einsame Straßen im Naturschutzgebiet Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria.
Einsame Straßen im Naturschutzgebiet Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria.

Wettergarantie auf Gran Canaria

In den letzten Jahren bin ich nie regelmäßig gefahren, weil meine Gesundheit nicht so mitspielte. Aber wenn sie mitspielte, sah es immer so aus. Das Wetter wurde besser und ich dachte, mensch, ich könnte doch mal wieder Rennrad fahren. Aber wenn ich fahren wollte, eine Tour geplant hatte, dann kam immer der ängstliche Blick zum Himmel. Bleibt es trocken, eher heiß oder warm, wie ist es im Schatten? Ich überlegte lange welche Kleidung ich anziehen sollte, damit es nicht zuviel und nicht zuwenig ist. Hier nun ist es völlig entspannt. Ich plane einfach eine Tour. Punkt. Die Kleidung habe ich nach der ersten Fahrt gefunden, wenn ich in der Gegend fahre, wie bis dato geschehen. Würde ich zum höchsten Berg, den Poco de las Nievas fahren oder mehr im Norden, würde ich mir eine Regenjacke einstecken. ABer ansonsten? Geniale Rennrad-Bedingungen.

Straßenschäden in den Bergen

Hier mache ich mir ganz andere Gedanken. Denn, wenn ich als norddeutsche Flachlandfahrerin in den Bergen fahre, habe ich schon Respekt, wenn es neben den Leitplanken steil hinunter geht. Und wenn dann die Straßen teilweise zum Tal hin absacken und deutliche Risse zu sehen sind, dann frage ich mich, ob diese Straßen wirklich regelmäßig abgefahren werden, um zu kontrollieren. Auf der anderen Seite fahren hier Pkws und Lkws. Also wenn die Straße diese Gewichte aushält, sollte es auch mit mir und meinem Rennrad klappen.

Risse im Asphalt in den Bergstraßen im Osten von Gran Canaria.
Risse im Asphalt in den Bergstraßen im Osten von Gran Canaria.

Krafttraining optimiert Rennrad fahren

Seit eineinhalb Jahren mache ich Krafttraining mit meinem Körper, also ohne Gewichte. So baue ich meine Muskulatur im ganzen Körper auf und fühle mich viel wohler in meiner Haut. Was ich nicht erwartet hätte, ist, dass mir meine Muskeln im Oberkörper und den Armen beim Rennrad fahren helfen. Da sieht man wieder wie wichtig das Ganzkörpertraining ist! Es bringt Spaß zu sehen, wie der Körper immer fitter wird und auch bei Anstiegen oder bei Seitenwind zulegen kann.

Seitenwind wird wann gefährlich?

Und wo ich beim Thema Seitenwind bin. In den Bergen ist ja normalerweise wenig Wind, allerdings ändert sich das, wenn es weiter nach Norden geht. Zum Beispiel bei Agüimes war der Wind deutlich zu spüren. Da gilt es natürlich doppelt sich zu konzentrieren. Egal, ob in den Bergen oder auch bei den Abstiegen. Denn, wenn ich mit 50 km/h einen Berg hinab fahre und mich der Seitenwind schlängellinien fahren lässt, frage ich mich, ob es sich ankündigen würde, wenn der Wind Geschwindigkeiten annimmt, die mir mein Rad unter mir wegziehen. Denn Bekanntschaft mit dem Asphalt muss ich nicht unbedingt machen, zumindest nicht auf diese Art und Weise.

Felsbrocken von oben

Apropos Gefahren beim Rennrad fahren. Als ich das Schild „Vorsicht fallende Steinbrocken“ sah und dann sah, wo ich durchfahren sollte, fragte ich mich, inwieweit mich mein Radhelm bei einem herabstürzenden Felsbrocken schützen wird. Als ich mittig durch die Felsen fuhr, fragte ich mich, was besser ist: Vom Felsbrocken erschlagen oder vom entgegenkommenden Auto überfahren. Ich entschied mich für das Auto und fuhr weiter mittig hindurch. 🙂

Vorsicht vor fallenden Steinbrocken im Roque Aguayro auf Gran Canaria.

Grundlagenausdauer auch in den Bergen

Anfangs frage ich mich, wie ich mein Grundlagenausdauertraining absolvieren kann. Grundlagenausdauer bedeutet, dass ich mit niedrigem Puls bei möglichst hoher Trittfrequenz fahre. Aber nach den ersten Fahrten kann ich sagen, dass ich dieses Training natürlich mit Rückenwind auf der Küstenstraße absolvieren kann, aber auch wenn ich in die Berge fahre, kann ich so langsam fahren, dass ich im niedrigen Herzfrequenbereich bleibe. Da passt es zwar dann nicht mit der hohen Trittfrequenz, aber ich denke, mit ein bisschen Übung werde ich auch diese Trainingsform hier auf der Insel absolvieren können. Bin also positiv überrascht, dass ich hier trotz vieler Berge ein normales Rennradtraining mit allen Komponenten absolvieren kann.

Die einzige Frage, die jetzt noch bleibt ist, muss man eine Pause einlegen? In Deutschland war diese automatisch im Winter, aber was ist, wenn das ganze JAhr über Frühjahr/Sommer ist? Ist es aus trainingstechnischer Sicht wichtig eine Pause einzulegen oder kann ich durchtrainieren? Wenn nicht, dann nutze ich meine Reisen nach Deutschland, als Trainingspausen.

Eure,

Paula

 

Rennrad-Tour zu Free-Motion in Playa de Inglés im Süden von Gran Canaria

Auf Gran Canaria gibt es eine Vielzahl von Blumen und Pflanzen mit roten Blüten, was einen schönen Kontrast darstellen.

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Hallo, hier ist wieder Paula. Rennrad-Tour in den Süden von Gran Canaria, nach Playa del Inglés. Werkstatt- und Shopbesuch bei free-motion, was bis auf Weiteres mein Ansprechpartner wird.

Rennrad-Tour in den Süden von Gran Canaria

Rennrad-Fahrerin bei der jeder Autofahrer auf Gran Canaria aufmerksam wird.
Rennrad-Fahrerin bei der jeder Autofahrer auf Gran Canaria aufmerksam wird.

Heute startete ich besser vorbereitet auf meine zweite Rennrad-Tour. Es sollte zur Werkstatt von free-motion in den Süden von Gran Canaria gehen. Dort hatte ich vereinbart, dass meine Kurbel nachgezogen wird, damit ich weiterhin die Berge hochfahren kann. Es wartete eine gute 50 km lange Tour auf mich, die auf dem Hinweg sicherlich ein Zuckerschlecken sein würde (Rückenwind) und der Rückweg eine Qual. Also richtete ich mich auf viele Stunden Fahrt ein, da ich viele Pausen einkalkulierte.

Taschen im Trikot prall gefüllt

Dieses Mal nahm ich zusätzlich zu meinem Fotoapparat noch mein Smartphone mit, um es aufladen zu lassen. Mein Guthaben war leider nach 1 Woche aufgebraucht, was mir ein Rätsel ist, aber gut. Dem werde ich ein anderes mal nachspüren. Heute galt es Guthaben aufzuladen, damit ich wieder erreichbar bin und erreichen kann. Auch nahm ich Geld mit, weil ich eine eventuelle Pause im Süden überbrücken konnte. Konnte nicht einschätzen, wie gut ich heute unterwegs war, da ich vor zwei Tagen meine Bergtour hinter mir ließ.

Rückenwind ist herrlich

Die Fahrt führt an der Küste entlang, sodass das Meer auf Gran Canaria immer im Blick ist.
Die Fahrt führt an der Küste entlang, sodass das Meer auf Gran Canaria immer im Blick ist.

Der Anfang des Weges war ein Genuss. Rückenwind und eine gute Geschwindigkeit ohne treten zu müssen. So konnte es bleiben. Allerdings hoffte ich, dass es in ein paar Stunden anders ist und der Wind nachlässt. Ich begegnete wieder ein paar Rennradfahrern, die komischerweise mir immer entgegen kommen. Bis dato hatte mich keiner überholt, und dass ich so schnell fuhr, dass es keiner schaffen würde, kann ich ausschließen. Also war die Planung der anderen Fahrer eine andere. Vermutlich würde ich diese Besonderheiten mit der Zeit herausbekommen.

Rückweg bei starkem Gegenwind

Allerdings spürte ich, dass ich heute nicht die Ruhe hatte, bei guten Fotomotiven anzuhalten. Die Rückfahrt machte mir doch etwas Angst. Denn wer fährt schon gerne bei 50 km/h gegen den Wind? Außerdem ist es hier auf Gran Canaria (und auch sonst Spanien)  mit den Öffnungszeiten ja so eine Sache. Bis 12.30 Uhr und ab 16.30 Uhr geöffnet. Sollte ich da zu spät kommen, zu viele Aufträge in der Werkstatt sein, müsste ich eine Wartezeit von vier Stunden einrechnen. Dem wollte ich vorbeugen und zumindest hin ohne Stopp fahren.

Meer und Berge bei schönem Wetter

Bei der Küstenfahrt auf Gran Canaria kommt aber die Bergansicht nicht zu kurz.
Bei der Küstenfahrt auf Gran Canaria kommt aber die Bergansicht nicht zu kurz.

Die GC-500 führt entlang der Küste und es ist herrlich. Mit dem Wind im Rücken und dem Ausblick aufs Meer zur Linken und zu den Bergen zur Rechten kann eine Rennrad-Tour nicht schöner sein. Die 25 km fuhr ich in erstaunlichen 1 h 15 min, obwohl ich im unteren Pulsbereich fuhr. Das hatte was. So hatte ich hoffentlich auch nicht zu viele Körner liegen lassen, um den Rückweg zu stemmen.

Werkstatt und Shop von free-motion

Den Shop und die Werkstatt fand ich auf Anhieb, meinem Navi sei Dank. Da das NAchziehen meiner Kurbel schnell erledigt war, wurde ich sofort mit meinem Rad vorgezogen. Bei der Gelegenheit fragte ich nach den Tricks und Tipps, wenn ich meine Gangschaltung einstellen möchte. Denn seit ich auf Gran Canaria war, schien sie nicht ordentlich eingestellt. Der Mechaniker erzählte mir, dass ein Teil verbogen war, was oft vorkommt, wenn das Rad im Fahrradkoffer transportiert wird. Er zeigte mir einen Plastik-Abstandhalter, den sie verwenden. Das werde ich mir für die nächste Reise merken.

Transportschäden korrigiert

Dieses Tier ist allgegenwärtig auf Gran Canaria, aber heute hatte ich dafür keinen Blick.
Dieses Tier ist allgegenwärtig auf Gran Canaria, aber heute hatte ich dafür keinen Blick.

Er bog dieses Teil auch wieder etwas zurecht, sodass das Geräusch weg war. Er riet mir allerdings, dass ich dieses Teil schon mal bestellen sollte, da dass die Sollbruchstelle beim Rahmen ist. Auf meine Nachfrage hieß es, dass ich das in Deutschland bestellen sollte. Denn hier gibt es keinen Look-Händler und die Kanaren würden sich in Sachen Rennrad und Look nicht so gut auskennen. Hm, mein Problem war, wie erkläre ich per Mail, welches Teil ich benötige? Aber das schob ich erstmal beiseite. Da musste mir noch was einfallen.

Im Shop von free-motion schaute ich mich um und entdeckte, dass ich hier alles bekommen würde, wenn Not am Mann war. Heute kaufte ich mir eine Karte für den Süden, die von der Beschaffenheit extra für Touren geeignet war. Da ich für meinen Garmin keine Spanienkarte besitze, zeigt es mir nur meine geplante Tour an, aber keine Sonstigen Straßen. Da würde mir diese Karte sicherlich behilflich sein.

Gegenwind versteckte sich anfangs

Der Nachteil beim Rennrad fahren ist, dass man weiße Füße und Hände bekommt.
Der Nachteil beim Rennrad fahren ist, dass man weiße Füße und Hände bekommt.

Nun, stand die Rückfahrt an. Und was soll ich sagen? Die ersten 15 km ging es ohne Gegenwind. Keine Ahnung, wo der in der Zeit war, aber ich war wirklich froh. Die letzten 10 km hatten es in sich. Manche Böen hoben mich fast an und ich überlegte, ob schon mal jemand samt Rad eine Rolle rückwärts beim Fahren machte. Mich hatte letztens jemand gefragt, ob das Tattoowieren weh tun würde. Also, wenn mir diese Böen entgegenschlugen und mir den mitgeführten Sand gegen meine Haut schlug, waren dieses Schmerzen größer als das Tattoowieren. Eindeutig.

Bei starken Böen blieb ich fast stehen

Ich wunderte mich bei diesem Gegenwind auch nicht, dass ich im kleinsten Gang fuhr und manchmal nicht schneller als 7 km/h. Kamen die Böen seitlich musste ich aufpassen, dass ich nicht zu weit von meiner Spur abgetragen wurde. Immerhin fuhr ich nicht alleine und die Autos würden sich bedanken, wenn ich plötzlich mitten auf der Straße fuhr. Aber ich stellte mich auf alles ein und war auf alles vorbereitet. Die Rückfahrt zog sich, aber ich war doch erstaunlich schnell wieder zu Hause. Hätte nicht gedacht, dass ich unter zwei Stunden bleiben würde. Auch zurück fuhr ich im mittleren Pulsbereich, was mir gefiel. Immerhin bin ich noch bei der Ausdauer und da war es wichtig im unteren Pulsbereich zu fahren. Eingehalten und glücklich nach der Fahrt habe ich dann erstmal 20 Stunden geschlafen. Lediglich unterbrochen, um dem Körper seine Nährstoffe in Form von Essen zuzuführen.

Eure,

Paula

25. vuelta cicloturista Gran Canaria – Costa Mogan ist veröffentlicht

Anstieg in die Berge in der Nähe von Agüimes, Gran Canaria. Foto: Paula Petersen

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Hallo, hier ist wieder Paula. Die Etappen mit Datum der 25. Vuelta Cicloturista sind veröffentlicht worden. 5 Etappen, die es in sich haben und ein Zeitfahren zum Poco de las Nieves auf 1949 müNN.

Die Vuelta Cicloturista Gran Canaria – Costa Mogán ist veröffentlicht

Enge Kurven Los Coralillos - Gran Canaria. Foto: Paula Petersen
Enge Kurven Los Coralillos – Gran Canaria

Nachdem ich gestern schrieb, dass es dieses Etappenfahren hier auf Gran Canaria gibt, schaute ich gleich noch mal nach und sah, dass die Planung abgeschlossen ist. Die 25. Vuelta Cicloturista startet am 2. Dezember und endet am 7. Dezember mit der Schlussetappe. Am 6. Dezember kann, wer sich das zutraut, das Zeitfahren rauf zum höchsten Berg Gran Canarias fahren. Es ist der Poco de las Nieves und liegt auf 1949 müNN. Es soll Steigungen von 23% geben, weshalb das für mich ein Ruhetag ist. Die fünf Etappen haben eine Gesamtlänge von 342 km und eine Gesamtsteigung von 3.800 hm.

350 Rennradfahrer von fünf Kontinenten

Anstieg in die Berge in der Nähe von Agüimes, Gran Canaria. Foto: Paula Petersen
Anstieg in die Berge in der Nähe von Agüimes, Gran Canaria.

Ich las, dass 350 Rennradfahrer an diesem Rennen teilnehmen. Das ist eine stolze Zahl, wie ich finde. Es ist eines der ältesten Radrennen in Europo und feiert in diesem Jahr sein 25. Jubiläum. Aber es ist kein Radrennen, in dem Sinne, sondern Radtouristenfahrten. Es gibt Verpflegungsstellen, keine Zeitnahme, Begleitfahrzeuge, Sanitäter. Im Grunde genommen sind sind das fünf RTFs (Radtourenfahrten). Nur im Dezember bei schönem Wetter und in einer atemberaubenden Gegend. Die einzige Ausnahme ist das Zeitfahren zum Poco de las Nieves hoch. Da wird die Strecke auf Zeit hoch gejagt, wenn man das bei Steigungen von bis zu 23% sagen kann.

Die fünf Etappen, der Vuelta Cicloturista teilen sich wie folgt auf:

  • Montag, den 2. Dezember 2013: 28 km, Start: 15.30 Uhr
  • Dienstag, den 3. Dezember 2013: 77 km, Start: 8.30 Uhr
  • Mittwoch, den 4. Dezember 2013: 71 km, Start: 8.30 Uhr
  • Donnerstag, den 5. Dezember 2013: 99 km, Start: 8.30 Uhr
  • Samstag, den 7. Dezember 2013: 67 km, Start: 8.30 Uhr

Frühe Startzeit führt zu logistischen Problemen

Herrliche Landschaft bei Carrizal - Gran Canaria. Foto: Paula Petersen
Herrliche Landschaft bei Carrizal – Gran Canaria

Die Startzeit ist bei den langen und schwierigen Etappen mit 8.30 Uhr morgens sehr gut gewählt. Nur gibt es für mich ein Problem. Denn die Etappen starten alle von Puerto de Mogán. Das liegt ca. 60 km von Arinaga entfernt. Ein Bus wird für die Strecke mindestens 45 bis 60 Minuten benötigen. Dann sollte ich etwas eher dort sein, damit ich nicht an letzter Stelle starte. Die Frage wird sein, wie ich um diese Zeit mit meinem Rennrad nach Puerto Mogán komme.

Kosten der Vuelta Cicloturista sind gestaffelt

Die Kosten für diese fünf Etappen sind gestaffelt. 155€ zahlt, wer sich bis zum 15.08. anmeldet, 175 € zahlt, wer sich bis zum 15.10. anmeldet und wer sich bis zum 30.11. anmeldet, zahlt 205 €. Die Preise sind höher als bei normalen Radtourenfahrten, wie ich es aus Deutschland kenne. Dort zahlte ich 8 Euro für eine Fahrt. Hier sind es, wenn ich früh zahle, 31 Euro pro Fahrt. Dafür bekomme ich fünf Fahrten durch atemberaubende Landschaften, die ich mit 350 anderen Rennradfahrern abfahre, erhalte zudem ein Trikot, kostenlose Verpflegung und Fotos.

Finanzierer und Unterstützer

Vielleicht finde ich in der Zeit jemanden, der bei mir übernachtet und mir so die Kosten für diese Fahrt finanziert. Auf alle Fälle werde ich mir die Touren mal genauer ansehen, wenn ich hier in meiner Gegend die Kondition aufbauen konnte. Dann kann ich gleich mal testen, wie die Verbindungen nach Mogán von Arinaga sind und was ich beachten müsste. Allerdings sollte ich mal nicht zu weit Voraus schauen, denn ich habe erst eine Fahrt in den Bergen in den Beinen und sollte die nächsten Wochen schauen, ob ich überhaupt in der Lage sein werde im Dezember in einer Woche fünf Etappen zu fahren.

Eure,

Paula

Gran Canaria – mein Rennrad und ich nehmen Anlauf

Ein Zahnkranz von Campagnolo Veloce, der gesäubert wurde und fast wie neu aussieht.

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Hallo, hier ist wieder Paula. Hausarbeit und vor allem mein Rennrad zusammenbauen standen auf dem Zettel, der abgearbeitet werden möchte. Die Krankheit lässt mir Zeitfenster, in denen zuschlage.

Beim Essen der ersten Erdbeeren im Jahr darf man sich was wünschen. Ich auch.
Beim Essen der ersten Erdbeeren im Jahr darf man sich was wünschen. Ich auch.

Stress lass nach

Das viele Schlafen und die Ruhe tun mir sehr gut. Die vielen Arbeiten, die plötzlich nicht mehr wichtig sind, obwohl es vorher noch auf der Liste stand mit „unaufschiebbar“, lagen nun rum und langweilten sich. Ich dagegen genoss meine Zwangspause und spürte wie der Stress in mir langsam verschwand. Jede weitere Stunde konnte den Stress ein Stück weiter vertreiben und ich fühle mich schon wieder viel besser. Ist sowieso ein komisches Gefühl, wenn man bei so schönem Wetter krank ist. Die Besorgungen tätigte ich mit zwei Tüchern um den Hals, eine dicke Jacke, um die Bronchien warm zu halten, und kurzer Hose mit Badelatschen.

Ein Zahnkranz von Campagnolo Veloce, der gesäubert wurde und fast wie neu aussieht.
Ein sieben Jahre alter Zahnkranz von Campagnolo (Veloce), der für die Bergfahren herausgeputzt wurde.

Gezwungenermaßen Auseinandersetzung mit dem Rennrad

Mir ging es wieder besser, fühlte auch schon zweitweise immer wieder Kraft in mir, die sich austoben wollte. Und was macht man, wenn man ein paar Tage im Bett lag und ncihts tat? Genau! Sein Rennrad zusammenbauen. Ihr könnt ihr sicher noch an die Einzelteile erinnern, die in dem Fahrradkoffer lagen und sich mal Rennrad nannten. Ich bin dem Fahrradkoffer doch sehr dankbar! Ich hatte immer einen heiden Respekt vorm Auseinanderbauen meines Rades. Dachte ich, ich würde eine Schraube vergessen und dann bei Tempo 50 km/h daran erinnert werden. Also freiwillig zerlegte ich mein Rad nie, aber nun lag in der Form vor mir. Also nahm ich mein Rennrad-Werkstatt-Buch zur Hand und studierte, wie ich meinen Rennschlitten wieder zusammenbauen muss, damit es wieder aussieht wie ein Rennrad.

Ein Werkzeugkasten mit Spezialwerkzeug für Rennräder damit alle notwendigen Arbeiten alleine und damit kostengünstiger erstellt werden können.
Ein Werkzeugkasten mit Spezialwerkzeug für Rennräder damit alle notwendigen Arbeiten alleine und damit kostengünstiger erstellt werden können.

Reinigen und säubern hat auch was

Das zweite Kapitel handelte gleich vom Reinigen und erzählte mir, wie wichtig das wäre. Nun gut, das ist mir natürlich bewusst. Aber das Reinigen ist schwieriger – und sicher nicht so intensiv -, wenn das Rennrad dabei nicht auseinander gebaut wird. Aber das war ja kein Problem mehr. Ich säuberte also akribisch alle Einzelteile und freute mich über jedes glänzende Stück, was zum Vorschein kam. Ebenso baute ich den Lenker, die Sattelstütze, die Pedalen und die Reifen wieder zusammen. Als es dann so vor mir stand, wollte ich mir schon meine Rennradkleidung anziehen, als mir einfiel, dass ich ja krank bin. Also bereitete ich es auf die erste Tour vor.

Rennrad Campagnolo Veloce mit Kombi-Zahnkranz für die Bergfahren nun frisch geputzt und startbereit.
Rennrad Campagnolo Veloce mit Kombi-Zahnkranz für die Bergfahren nun frisch geputzt und startbereit.

Panne im Nichts nicht ohne Planung

Hier auf Gran Canaria gibt es viele Strecken auf denen man sehr alleine ist. Eine Panne oder einen Platten in diesen Abschnitten wäre suboptimal. Busse nehmen nur zu einem gewissen Teil Fahrräder mit. Und zwar diese, die unten im Bauch einen Stauraum haben. Fahrräder dürfen nicht mit in den Bus genommen werden. Zu gefährlich. Wer hier schon mal mit den Bussen fuhr, weiß warum. Hier steht auch kein Kanarier auf bevor der Bus an der Haltestelle steht. Selbst das Halten würde einen durch den Bus schleudern. Also habe ich vorgesorgt und eine kleine Notfall-Tasche gepackt. Dort ist alles drinnen, was ich benötige, wenn ich einen Platten oder eine Panne habe. Das ist nicht schön, aber im Notfall wichtig.

Nun müssen sich die Berge warm anziehen, denn es wird nicht mehr lange dauern, dass ich und mein Rennrad die ersten Fahrten unternehmen.

Eure,

Paula