Der Umzug ist der kleine Bruder der Auswanderin

Katja Rosenbohm

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Vier Tipps für den Neubeginn

Wie dieser Beitrag entstand

Bereits eine schöne Tradition: Jedes Jahr zur Weihnachtszeit beschenken sich Bloggerinnen aus dem Netzwerk wortstarker Frauen gegenseitig mit Blogbeiträgen. In diesem Jahr wurde mir der Blog von Paula Petersen zugelost, die über ihre Eindrücke vom Auswandern und dem Leben auf Gran Canaria berichtet.

Ich überlegte, was ich zum Auswandern beitragen könnte. Dann fiel mir ein, dass das Auswandern auch immer mit einem Umzug verbunden ist – dazu kann ich wahrlich etwas sagen!

Ein Umzug ist ein Umzug ist ein Umzug

Wer in seinem Leben schon häufiger umgezogen ist, weiß, dass ein Umzug immer mit einem organisatorischen Vorlauf und jeder Menge Checklisten verbunden ist. Egal, ob man nur eine Straße, einen Block oder ein ganzes Stadtviertel weiter zieht. Wenn man weiter weg zieht, in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Land, sollte man sich im Vorfeld mental auf jede Menge Veränderungen einstellen.

Meine vier persönlichen Tipps für einen guten Start

  1. Machen Sie Pläne.

Welche Veränderungen stehen neben dem Umzug noch an? Beginnen Sie einen neuen Job? Oder wollen Sie sich selbstständig machen? Sie könnten etwas völlig Neues ausprobieren. Denn ein Umzug ist auch eine große Chance – es kennt Sie niemand, erfinden Sie sich neu. Es lohnt sich, wenn Sie sich im Rahmen des Umzugs auch solche Gedanken machen.

  1. Recherchieren Sie vorab.

Informieren Sie sich über Ihren neuen Wohnort. Lesen Sie Bücher über die Region. Stimmen Sie sich langsam auf die neue Umgebung ein. Falls Sie ein bestimmtes Hobby haben oder regelmäßig Sport treiben, recherchieren Sie im Internet, ob es auch an Ihrem neuen Wohnort derlei Möglichkeiten gibt. Und melden Sie sich direkt zum Umzugszeitraum an, damit Sie in der neuen Umgebung sofort starten können.

  1. Stellen Sie sich vor.

Klingeln Sie bei Ihren neuen Nachbarn, die im gleichen Haus leben und auch bei denen, die direkt nebenan wohnen, und sagen Sie „Hallo“. Besonders gut kommen auch kleinere Geschenke an: eine Flasche Wein oder Pralinen – bei der Gelegenheit können Sie sich für vielleicht bereits erfolgten Lärm beim Renovieren oder beim Einzug entschuldigen oder diesen freundlich ankündigen. Das macht Ihnen das Leben leichter!

  1. Bleiben Sie locker.

Trotz bester Planung, trotz siebzehn Checklisten – irgendetwas wird schief gehen, irgendetwas wird nicht auf Anhieb klappen. Mein Tipp: Bleiben Sie locker, verlangen Sie nicht zu viel von sich. Es ist nicht leicht von heute auf morgen alle Siebensachen von A nach B zu schaffen – machen Sie sich das bewusst und lassen Sie Improvisationen zu.

 

Über die Autorin

Katja Rosenkohl mit dem Gastbeitrag "Der Umzug ist der kleine Bruder von der Auswanderin."
Katja Rosenbohm mit dem Gastbeitrag „Der Umzug ist der kleine Bruder von der Auswanderin.“

 

 

Katja Rosenbohm alias „Die Orthogräfin“ lektoriert und textet (www.die-orthograefin.de).

Außerdem bloggt sie auf blog.die-orthograefin.de über sprachliche Alltagsfundstücke und Themen rund ums Lektorat und das Texten.

Und umgezogen ist sie schon häufiger als sie an einer Hand abzählen kann.

Beim Lesen reisen – Gastbeitrag von Andrea Behnke

Parkbank im Schatten Las Palmas Gran Canaria

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Blogwichteln vom Texttreff


Beim Texttreff gibt es jedes Jahr ein Blog-Wichteln. Mir wurde Andrea Behnke, Journalistin und (Buch-)Autorin, zugelost, die mir einen wunderschönen Gastbeitrag schenke. 🙂 Und nun viel Spaß beim Lesen!

Blogwichteln vom Texttreff. Dem Netzwerk wortstarker Frauen. Gastbeiträge als Wichtelgeschenk.
Textinen Blogwichteln

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Andrea Behnke lost Gran-Canaria-Blog

Als ich erfuhr, dass ich beim Texttreff-Blogwichteln für Paula Petersens Spanien-Blog schreiben darf, dachte ich zunächst: Oh, Spanien – damit verbindet mich nicht viel. Es ist nicht so, dass ich Spanien nicht mag, nein: Gerne würde ich zum Beispiel einmal nach Andalusien fahren. Einzig: Ich war bisher nur zwei Mal beruflich auf Mallorca, ansonsten kenne ich das Land noch nicht.

Rafael Sánchez Ferlosio

Doch dann fiel mir ein Buch von meinem Stapel ungelesener Bücher in die Hände: „Abenteuer und Wanderungen des Alfanhui“. Geschrieben von Rafael Sánchez Ferlosio. Die Originalausgabe erschien schon 1951, doch das Buch mutet ganz und gar nicht antiquiert an. Schon beim Reinblättern staunte ich über die poetische und zeitlose Sprache.

Reisen durchs Lesen

Und da dachte ich: Ich kann jederzeit verreisen – und mache es ständig. In Büchern nämlich. Bücher nehmen mich mit auf die Reise. In andere Zeiten, in andere Welten und eben auch in andere Länder.

Abenteuer und Wanderungen des Alfanhui

Alfanhui entführt mich ins Spanien der 50er Jahre. Dem Autor gelingt es, mit wenigen Sätzen fremde Orte um mich herum entstehen zu lassen. Der Junge Alfanhui, benannt nach seinen Augen, die aussehen wie die Augen von Rohrdommeln, geht immer wieder auf Wanderschaft. Er, der die Schule hat verlassen müssen, weil er Tinte aus toten Eidechsen gewonnen hat, kommt zunächst nach Guadalajara. Mit einem Tierpräparator, seinem Meister, erfindet er neue Tiere und Pflanzen – mystische und unbekannte.

Guadalajara

„In dem Sonnengarten stand dicht am Zaun ein Mandelbaum, der seine Zweige über die Straße hängen ließ. Im Sommer setzte sich eine Zikade auf die Rinde dieses Mandelbaums und sang während der ganzen Mittagszeit. Die Luft wurde drückend bei dem Gesang, niemand vermochte sich zu rühren, ehe die Zikade wieder verstummte. So schwer waren alle Dinge. Es war die Zikade der schwülen Hitze, der bleiernen Schwüle, bei der die Wassermelonen verdarben.“ (S. 38/39)

Mandelbaum auf Gran Canaria

 

Madrid

Doch Alfanhuis‘ Glück auf dem Land währt nicht lang. Er muss weiter ziehen – nach Madrid.

„Die Stadt war violett. Sie floh in einen Hintergrund aus grauem Dunst. Unter einem niedrigen Himmel lag sie, über den Boden ausgebreitet, wie eine unendlich große Haut. Auf ihrem Rücken sträubten sich würfelförmige Schuppen, viereckige Glimmerblättchen aus rotem Glas, die in der Spiegelung der untergehenden Sonne wie hauchdünne Kupferfolien flimmerten.“ (S. 74)

Bilder im Kopf

Ein paar solcher Beschreibungen nur, und ich sehe die Großstadt vor mir. Der Autor schafft es, dass Bilder in meinem Kopf sind. Wunderbar – ich reise. Während ich lese, begleite ich Alfanhuis: am Fluss entlang, durch Steppen, durch wilde Landschaften, durch die Großstadt bis zum Gebirge.

Felsmassive auf Gran Canaria

„Wo die Steinhalden enden, ragt jäh und senkrecht die Stirn des Gebirges auf. Wie ein Alpdruck wirken die riesigen Fratzen, wenn sie zum Vorschein kommen, alte felsige Fratzen, die gen Süden schauen.“ (S. 113)

Fremde Landschaften und märchenhafte Gestalten

Wo Alfanhuis auch ist, merkwürdige märchenhafte Gestalten sind schon da. Und eben fremde Landschaften, die – wie in vielen Büchern – auch hier eine (Neben-)Rolle spielen. Dadurch kann ich ein wenig spanische Luft schnuppern. Immerhin!

Das Buch

Rafael Sánchez Ferlosio
Abenteuer und Wanderungen des Alfanhui
Insel Verlag, Frankfurt 2004

Gastautorin

Andrea Behnke
www.behnke-blicke.de

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Ich hoffe, euch gefällt der Beitrag genauso gut wie mir und habt euch entführen lassen.

Eure,

Paula Petersen

p. s.

Bei den Fotos habe ich gemauschelt. Es ist kein Mandelbaum und es ist nicht die beschriebene Felslandschaft, sondern … Gran Canaria.

Balearen statt Kanaren

Playa Maspalomas mit Blick auf Arguineguin auf Gran Canaria. Foto: Paula Petersen

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Hallo, hier ist wieder Paula.

Ich berichte über die schönen Mittelmeerinseln. Ein Blick von Insel zu Insel, vom Atlantik zum Mittelmeer, sozusagen. 🙂

Traumziel Balearen

Die Balearen sind bei Urlaubern weltweit ein äußerst beliebtes
Reiseziel. Die IslasBaleares – wie die Spanier ihre Inseln nennen –
bieten wunderschöne Strände und atemberaubende Landschaften. Eine
Übersicht über jeweils eine von vielen Sehenswürdigkeiten der
einzelnen Inseln, finden Sie hier.

 

Mallorca

Die größte Insel der Balearen beherbergt die Hauptstadt der
Inselgruppe, Palma de Mallorca. Nur ca. 17 Kilometer von dieser entfernt
liegt das malerische Städtchen Valldemossa. Auch Frederic Chopin wusste
seinerzeit die Schönheit dieses malerischen Ortes zu schätzen: Er
lebte einige Monate hier. Ein Besuch der Kartause von Valldemossa –
welche Chopin beherbergte – lässt die geschichtsträchtigkeit des
Ortes erahnen und ist herrlich anzusehen. Tipp: Gönnen Sie sich nach
dem Besuch die lokale Gebäckspezialität cocas.

 

Menorca

Der Monte Toro ist mit seinen 358 Metern der höchste Punkt Menorcas.
Von hier aus haben Sie einen herrlichen Panoramablick über die Insel
und können an klaren Tagen sogar einen Blick auf Mallorca erhaschen.
Nicht weit entfernt liegt das hübsche Städtchen Es Mercadal, das
durchaus einen Besuch wert ist.

 

Ibiza

Für jene, die einsame Strände lieben und bereit sind, hierfür steile
Klippenpfade zu erklimmen ist der Strand Calad’en Serra ein absoluter
Geheimtipp. Die kleine Bucht fernab der Massen bietet klares Wasser und
perfekte Schnorchel-Bedingungen. Das kleine, von deutschen geführte,
Strandcafé sorgt außerdem für das leibliche Wohl.

 

Formentera

Der 65 Kilometer lange Küstenstreifen ist ein wahres Paradies für alle
Wassersport Liebhaber. Das Meeresreservat Freus ist das einzige seiner
Art im Mittelmeerraum und wurde von der UNESCO als Weltnaturerbe
ausgezeichnet. Tauch- und Schnorchelfans kommen hier auf ihre Kosten,
aber auch Windsurfer und Kitesurfer sind hier genau richtig.
 Wassersport

 

Cabrera

Von Mallorca aus erreichen Sie Cabrera am besten. Die Blaue Grotte der
Insel – oder CuevaAzulwie sie auf Spanisch heißt – ist allemal
einen Besuch wert. Die 160 Meter lange und 50 Meter breite Höhle
schimmert in einem wunderschönen Blau und ist nur vom Meer aus
zugänglich. Von Mallorca aus fahren Boote – sogennanteGolondrinas –
nach Cabrera. Bleibt also nur noch die Frage, wie man nach Mallorca
kommt: Günstige Flüge nach Mallorca werden z.B. von Condor angeboten.
Flüge nach Mallorca

Wer von euch mag lieber die einen oder anderen Inseln oder gibt es welche unter euch, die abwechselnd zu beiden Inselgruppen fliegen?

Eure,

Paula

 

 

Gastbeitrag von Nessa Altura: Schnee … überall

Schnee, Berge, Langlaufloipen

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Hallo,

hier ist wieder Paula mit einem neuen Beitrag. Dieses Mal wurde er nicht von mir, sondern von meiner Schreibkollegin Nessa Altura verfasst. Sie machte sich Gedanken, was Kanaren im Januar interessieren könnte. Lest, was ihr dazu einfiel, aber lest auch, was ich abschließend darunter schrieb. Denn es gab etwas ganz Besonderes im Januar auf Gran Canaria! Aber  … erstmal viel Spaß mit dem Gastbeitrag. 

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Paula und ich sind in einem Netzwerk, dem Texttreff, zusammen. Jedes Jahr schenken wir einander einen Blogbeitrag zu Weihnachten, die Partnerinnen losen wir aus. Bis in den Januar hinein kann daran gefeilt werden. Was nun könnte eine Leserin, einen Leser in Gran Canaria im Januar interessieren? Etwas, das ganz und gar exotisch ist, denke ich doch, oder? Fühlen Sie sich jetzt bitte angesprochen: Meine Gedanken kreisen um den Schnee.

Wie er jungfräulich weiß da liegt, nachdem er nächtens vom Himmel herabgefallen ist. Menschen verbinden unzählige Assoziationen mit dieser weißen Fläche: Unschuld, Reinheit, Tod, Nirwana, was immer. Hängt vom jeweiligen Kulturkreis und seinem Symbolfundus ab. Ich als Autorin denke natürlich: Ha, ein weißes unbeschriebenes Blatt! Toni, der Held meiner Story, die demnächst in einem eBook nachzulesen sein wird, denkt: Ha, Hochzeitsnacht!

Und was denken Sie?

Lange bleibt so eine herausfordernde Fläche ja nicht unberührt. Erst kommt das Loipenfahrzeug,

 

LoipenfahrzeugLoipenfahrzeug
Loipenfahrzeug

dann die zwei Spuren.

Langlaufspuren frisch gezogen
Langlaufspuren frisch gezogen

Und dann der Loiper, resp. Langläufer.

 

Schnee, Berge, Langlaufloipen
Schnee, Berge, Langlaufloipen

Ich liebe den Langlauf. Und warum?

Die Philosphin Agnes Heller (Nachfolgerin Hannah Arendts auf deren Lehrstuhl in New York), hats mir (im SZ-Magazin von letzter Woche) erklärt:
„Wenn der Körper etwas Mechanisches macht, funktioniert der Geist am besten.“

Die Philosophin, verrät sie, tuts beim Schwimmen.
Ihr Mann beim Abwaschen (wie praktisch!)
John Irving beim Body-Builden.
Patricia Highsmith beim Unkrautjäten.
Ewa Jostes beim Stricken.
Paula beim Radfahren.

Und ich beim Loipen.

Was?
Nachdenken.
Und wobei haben Sie Ihre besten Ideen?

Schöne Grüße von Nessa Altura

—-

Was Nessa Altura nicht wissen kann, ist, dass es hier im Januar auch geschneit hat. Nicht überall und es lag auch nicht meterhoch, aber doch, ab einer Höhe von 1600 Metern gab es für zwei Tage zwei Zentimeter Schnee. Und das beste ist das Schauspiel, welches es dann zu sehen gibt. Denn die Kanaren fahren bei Schnee mit dem Auto auf den Berg, bauen einen kleinen Schneemann, stellen diesen auf ihr Autodach und fahren hinunter ins Tal. Es gab Chaos, weil zu viele Autos zum Schnee wollten, sodass einige Bergstraßen gesperrt wurden. Lange Zeit ging nichts mehr. 😀

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Im März 2014 gibt es mein eBook Himmel, Harsch und Firn für 2,99 € von Amazon zu kaufen. Zu lesen auf dem Kindle, dem Tablet oder dem PC. Wenn Sie rechtzeitig informiert werden wollen: Eine kurze Mail an nessaaltura@online.de genügt.

Rennrad-Tour: Maspalomas – Fataga – San Bartolomé – Santa Lucia – Los Corralillos

Tankstelle, Cafe und Restaurant am Ortseingang von Fataga auf Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Heute folgt ein Bericht über meine Rennrad-Tour in die Berge mit einer Länge von 86 km, 1680 Höhenmetern über Fataga, San Bartolome, Santa Lucia und viel zu heißer Sonne.

Streckenänderung wegen starken Windes

Der Wind blies heute recht heftig, weshalb ich meine ansonsten geplante Tour nach Arguineguin strich und kurzerhand die Tour vom Süden in die Berge wählte. So begann ich mit Rückenwind und ich genoss die ersten 25 km. Der starke Wind von hinten fühlte sich an, als würde ich fliegen. Das beflügelte mich dermaßen, dass ich ein ordentliches Tempo mit einer hohen Trittfrequenz fuhr. Leider vergaß ich darüber, dass ich mir die Kraft für den Berganstieg sparen sollte. Aber mir war nicht bange, denn die letzten Bergetappen waren für mich gut zu fahren. Deshalb kostete ich die Rückwind-Fahrt komplett aus.

Ich verlasse Maspalomas und fahre in die Berge von Gran Canaria
Ich verlasse Maspalomas und fahre in die Berge von Gran Canaria

Maspalomas Richtung Fataga

In Maspalomas ging es dann rechts nach Fataga weg. Sofort wurde die Bebauung spärlich und vor mir lagen die Berge. Das war schon imposant und ich machte mir mit den zurückliegenden Bergfahrten Mut. Allerdings bereute ich etwas, dass ich mir die Strecke aufgrund der plötzlichen Umplanung nicht mehr detailliert anschaute. So wusste ich nicht, welche Steigungen auf mich zukommen würden. Wie fast überall auf Gran Canaria geht es anfangs sehr gemächlich los. Aber schon bald spürte ich, dass dieser Anstieg steiler und heftiger war, als alle anderen bisherigen. Ich fuhr also mein Schneckentempo und wurde von schnellen Beinen überholt.

Ich verlasse Maspalomas und fahre in die Berge von Gran Canaria
Ich verlasse Maspalomas und fahre in die Berge von Gran Canaria

Steiler Anstieg zur Aussichtsplattform „Mirador Fataga“

Die Sonne brannte besonders heiß, aber ich hatte extra drei Flaschen eingepackt und genügend Bananen und ein Gel dabei. Das sollte reichen, um den Anstieg auf 933 Metern Höhe zu erreichen. Aber der stetige schwächte mich schneller, als ich gedacht hätte. Deshalb nutze ich alles Sehenswürdigkeiten, um eine kleine Pause einzulegen. ich machte meine Fotos und war froh über die Ruhephasen. Die Aussichtsplattform „Mirador Fataga“ war wie immer sehenswert. Man blickte in den Barranco de Fataga. Richtung Süden blickte man auf die Dünen in Maspalomas und Richtung Norden direkt auf die Schlucht mit der Kamelsafari und der Jeep-Safari. Von oben war deutlich das grüne Bachbett zu sehen, was neben den kargen und trockenen Felswänden wie künstlich hingelegt aussah.

Überraschende Abfahrt

Weiter ging es mit einer rasanten Abfahrt. Ich war überrascht über die steilen Abstiege, zumal es doch in die Berge ging und ich wusste, dass ich jeden einzelnen Meter wieder hochfahren musste. Aber die Abfahrt hatte was. Es war durch die Serpentinen sehr steil und auch schwierig zu fahren. Ab und an verlagerte ich mein Gewicht nach hinten, indem ich mich „hinter“ den Sattel setzte. Mit dieser Steilheit hatte ich nicht gerechnet. Die Straßenqualität war schön und der Fahrtwind kühlte mich etwas ab. Denn der heutige Tag sollte noch heißer werden, als die restlichen Tage.

Tankstelle, Cafe und Restaurant am Ortseingang von Fataga auf Gran Canaria
Tankstelle, Cafe und Restaurant am Ortseingang von Fataga auf Gran Canaria

Nach Fataga an den Kamelsafaris vorbei

Vorbei an den Kamelsafaris ging es wieder hinauf nach Fataga. Der Anstieg hatte es in sich und schaffte ich es sonst langsam, aber recht locker die Anstiege zu meistern, war ich bei diesen Anstiegen regelmäßig am Limit. Leider gab es für mich ungeübte Rennradfahrerin zu wenig Ruhephasen, in denen sich mein Puls wieder beruhigen konnte. Deshalb nutzte ich am Ortseingang von Fataga die erste Einkehr zur weiteren Pause. Es war eine kombinierte Tankstelle mit einem Cafe und Restaurant. Es schien, als wäre es nicht nur für Touristen hingestellt. Die Bewirtung war freundlich und hilfsbereit. Nach dem ich bereits zwei Flaschen geleert hatte, ließ ich diese wieder auffüllen mit einer Ananasschorle.

Der letzte Anstieg zum Bergspass

Weiter ging es die nächsten Kilometer hoch. Fataga lag auf einer Höhe von 585 Metern und die nächsten 7 km ging es nun auf 922 Meter hoch. Auf dem Plan in meinem Garmin sah ich, dass die Strecke doch arg nach Serpentinen aussah, was da hieß, steil, steiler, am steilsten. Nun gut, ich hatte meine Wasserflaschen gefüllt und mein Gel für die letzten Anstiege aufbewahrt. Mit dieser Power sollte ich auch die letzten Anstiege schaffen. Aber diese 7 Kilometer quälte ich mich leider arg den Berg hoch. Ich konnte niemals in einem wohlfühl Pulsbereich fahren, zudem schien es, als würde die Sonne nur auf meinen Kopf scheinen. Leider war ich zum Schluss so kaputt, dass ich sogar an einer natürlichen Quelle vorbeifuhr, weil ich Sorge hatte, dass ich bei einem Gefälle von über 10 % nicht mehr in den Sattel käme.

Wie tot am Straßenrand

Aber als ich dann das Schild „922 Meter“ sah, schrie ich meinen Stolz und Freude lauthals heraus! Gut, dass es hier kein Echo gab. In ein paar Wellen ging es über den Pass zur nächsten Aussichtsplattform. Aber die bekam ich nur am Rande mit. Denn ich legte mich auf den Fahrbahnrand in den Schatten, schüttete mir ständig frisches Wasser aufs Gesicht und meinen Kopf und versuchte mein Herz zu beruhigen. Ansonsten fühlte ich mich wie tot, was sonst wohl keiner so sah, denn alle fuhren ohne großartig zu schauen, an mir vorbei. Wenigstens das. Ich erholte mich dann nach ein paar Minuten wieder und war gewappnet für den Abstieg.

Link zur Internetseite von gpsies.com, auf der sich meine Strecke befindet. Sie kann dort angesehen oder gedownloadet werden.

Es folgen 36 km Abstieg

Erst führte mich die Straße nach San Bartolomé, das ich links liegen ließ. Ich fuhr sofort weiter nach Santa Lucia, was ich ja schon kannte, nur von der anderen Seite. Es war angenehmen, denn es führte nur noch bergab und meine Geschwindigkeit reichte aus, um die wenigen Anstiege locker hochzurollen. Als ich an der Kreuzung Era de Cardón ankam fuhr ich gerade aus nach Los Corralillos. Die Strecke ist wesentlich schöner vom Ausblick und der Fahrbahnqualität. Auch würde ich damit jeglichem Gegenwind entgehen, was mich heute sehr freute. So rollte ich über Cruce de Arinaga weiter nach Playa de Arinaga und war stolz und glücklich, als ich zu Hause ankam.

Qual der Wahl

Mit Blick auf das Höhenprofil wird deutlich, dass es zwei Möglichkeiten gibt. Entweder der gemäßigte Anstieg im Osten über Santa Lucía nach San Bartolomé und dafür Gegenwind, wenn es vom Sünden zum Osten geht. Oder aber, einen steileren Anstieg von Maspalomas nach San Bartolomé und dafür die ersten 25 km mit Rückenwind, der einem erscheinen lässt, dass man fliegt. Sollte mal weniger Wind sein, werde ich die Strecke mal anders herum probieren. Und ihr?

Eure,

Paula

Tieffliegende Schwalben auf Gran Canaria

Wolkenbildung mit Regentropfen auf Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula Petersen. Auf der heutigen Tour sah ich tiefliegende Schwalben, die in Deutschland Regen ankündigen. War überrascht, verwundert und letztendlich doch beruhigt.

strahlend blauer Himmel auf Gran Canaria
strahlend blauer Himmel auf Gran Canaria

Tieffliegende Schwalben

Ich weiß nicht wie es euch ergeht, wenn ihr im Ausland seid. Da alles neu und fremd ist, versuche ich das Neue mit meinen bisherigen Erlebnissen und meinem Wissen abzugleichen. Auf der heutigen Tour sah ich zum ersten Mal auf Gran Canaria Schwalben. Ich wunderte mich, da ich bis dato noch nie welche sah. Sofort sah ich mich als kleines Kind, als man mir erklärte, dass man die Schwalben immer nur dann sieht, wenn das Wetter kippt. Also von Sonnenschein zum Regen. Dann würde sich die Atmosphäre verändern, sodass die Mücken und Fliegen, von denen sich die Schwalben ernähren, zur Erde „gedrückt“ werden. Deshalb fliegen dann die Schwalben auch tief, weil sie sich ja von den Insekten ernähren.

Wolkenbildung mit Regentropfen auf Gran Canaria
Wolkenbildung mit Regentropfen auf Gran Canaria

Ursache des Tieffliegens ist eine andere

Nun blickte ich gen Himmel und sah … strahlend blauen Himmel. Und im Sommer auf Gran Canaria gibt es im Osten eine Regenwahrscheinlichkeit von 0 – 10%. Sprich, nie. Das würde ja für die spanischen bzw. kanarischen Schwalben ja bedeuten, sie würden niemals in Erdbodennähe fliegen. Deshalb wunderte ich mich nicht mehr, sondern dachte lediglich „andere Länder – andere Sitten“, warum sollte das nicht auch für Schwalben gelten.

Schwalben brachten Regentropfen

Auf meiner Rückfahrt wunderte ich mich plötzlich, als einen Regentropfen auf meinem Arm landete. Ich blickte zum Himmel und sah, dass es doch tatsächlich ein paar mehr Wolken gab und ich bekam den zweiten Regentropfen auf die Stirn. Irgendwie beruhigte mich, dass in anderen Ländern nicht alles anders ist und das mein Wissen auch hier Anwendung fand. Denn es folgten ein paar weitere Regentropfen. Man konnte nicht wirklich von Regen sprechen, dafür konnte ich die Regentropfen noch zählen, aber doch, es waren Regentropfen und davon landeten auf meinem Körper sicherlich 50.

Eure,

Paula

Allgemeines zum Rennradfahren auf Gran Canaria

frisch asphaltierte Straße in den Bergen von Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Ich beschreibe Allgemeines zum Rennradfahren auf Gran Canaria: Streckenplanung, Verkehrsverhältnisse, Zustand der Straßen, Miteinander und Gefahrenstellen.

breiter Seitenstreifen auf dem auf Gran Canaria mit dem Rennrad bequem und sicher gefahren werden kann
breiter Seitenstreifen auf dem auf Gran Canaria mit dem Rennrad bequem und sicher gefahren werden kann

Überlegungen zum Rennradfahren

Bei meinen Streckenplanungen kann ich zwischen zwei Dingen wählen, wenn die Touren länger als 40 km werden. Das eine ist der Gegenwind und das andere die Berge. Wenn ich hauptsächlich ohne Gegenwind auskommen möchte, dann muss ich in die Berge fahren.

Der Wind bläst unterschiedlich stark, deshalb achte ich bei meinen Gegenwind-Touren auch auf die Wettervorhersagen. Denn wer bei einer Windstärke von 50 km/h mit teilweise starken Böen nicht unbedingt mit dem Rennrad fahren möchte, sollte die Vorhersagen beachten oder sich Touren aussuchen, die in die Berge gehen.

Risse und Absenkungen in den Straßen kommen besonders in den Bergen auf Gran Canaria vor.
Risse und Absenkungen in den Straßen kommen besonders in den Bergen auf Gran Canaria vor.

Zustand der Straßen

Die Straßen sind meist in einem sehr guten Zustand. Hier im Osten wurden gerade viele Straßen neu asphaltiert und es finden derzeit Ausschreibungen für Asphaltarbeiten für den Süden (Gemeine San Bartolomé) statt. Gerade die Straßen in die Berge sind meist in einem sehr guten Zustand. Außer leider die Strasse von Agüimes in den Barranco de Guayadeque hinauf zum Höhlenrestaurant. Das wäre eine ideale Tour, die zum Ende hin immer steiler, aber auch schöner wird, wäre der Asphalt nicht in einem denkbar schlechtem Zustand. Da muss man gerade beim Runterfahren, arg auf seine Felgen aufpassen. Derzeit nicht zu empfehlen, aber ich hoffe noch, dass auch diese Straße bald asphaltiert wird. Natürlich sind bei den Straßen immer mal Risse oder auch Schlaglöcher möglich, deshalb sollte IMMER auf die Straße geschaut werden. Das endet sonst auch mal böse.

Leitplanken sind bei ganz vielen Straßen in den Bergen auf Gran Canaria
Leitplanken sind bei ganz vielen Straßen in den Bergen auf Gran Canaria

Straßenverhältnisse

Die großen Schnellstraßen entlang der Küste sind durchweg mit einem ca. 2 Meter breiten Seitenstreifen versehen, auf dem sehr schön gefahren werden kann. Vor den diversen Kreiseln wird sich dann in die Straße eingeordnet. Die anderen Straßen besonders, die die in die Berge führen, haben diese Seitenstreifen nicht. Aber es herrscht kaum Verkehr auf diesen Straßen und es nimmt weiter ab, je weiter es Richtung Landesinnere geht.

Die Autofahrer sind durchweg sehr rücksichtsvoll und warten geduldig in einem guten Abstand auf eine Überholmöglichkeit. Auch wird durchweg in einem großen Abstand überholt. Hatte mich bis dato noch nie bedrängt gefühlt. Das kann ich allerdings nicht behaupten, wenn ich als Fußgängerin unterwegs bin. Da scheinen die Autofahrer extra Gas zu geben. Also absolute Vorsicht!

Vorsicht im Süden

Grundsätzlich wird sehr viel Rücksicht auf die Rennradfahrer genommen, aber natürlich sollte jeder sehr achtsam fahren. Besonders im Süden. Von St. Augustin bis Maspalomas sind viele Autos unterwegs mit sehr vielen Aus- und Auffahrten. Die Straße ist zweispurig und hat nicht durchgängig einen Seitenstreifen, sodass man mit den Autos zusammen fährt. Hier sind auch viele Touristen unterwegs, die vielleicht noch nicht so geübt mit den Verkehrsregeln sind. Auf dieser Strecke sind leider schone einige Unfälle passiert. Es gibt keine andere Möglichkeit, als diese Strecke zu fahren, wenn man vom Osten nach Westen möchte, außer man fährt über die Bergspitze. Deshalb einfach sehr vorsichtig und achtsam fahren.

Eure,

Paula

Rennrad Gruppenfahrt – aus 10 km wurden 100 dann 120 km

GC500 Richtung Arguineguin: links der Atlantik, rechts die Berge

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Hallo, hier ist wieder Paula. Eine Verabredung zu einer kurzen und ruhigen Rennrad-Tour in der Gruppe wurde zu einer schnellen 120 km Fahrt. Mein Entschluss intensiver Spanisch zu lernen reiften.

 

Rennrad-Tour im Süden von Gran Canaria
Rennrad-Tour im Süden von Gran Canaria

Erste Gruppenfahrt auf Gran Canaria

Wie wohl jeder andere Rennradfahrer, fahre ich gerne in der Gruppe. Und besonders dann, wenn ich als Frau immer am Hinterrad der Männer lutschen darf. Ergo, ca. 20% an Kraft einspare, wenn ich im Windschatten fahre. Deshalb freute ich mich über die Einladung von zwei Freunden. Sie wollten lediglich 10 km fahren und ganz locker und entspannt. Das traf sich gut, immerhin fuhr ich vor zwei Tagen eine 80 km Tour hinauf zum Stausee von Ayagaures im Süden von Gran Canaria. Von Maspalomas aus geht es Richtung Inselmitte mit schöner Aussicht und wenig Verkehr.

Kurze Tour, aber mit Spaß

Ich machte mich also für diese langsame Tour fertig. Ließ dieses Mal meine Bananen weg, die ich bei meinen langen Ausfahrten immer ausreichend mitnahm. Auch ließ ich die dritte Trinkflasche weg. Ich fragte mich zwar, warum die beiden nur so eine kurze Tour fahren wollten, aber dachte, sie sind sicherlich einen Tag vorher eine lange und anstrengende Runde gefahren. Dann ist es üblich, dass am folgenden Tag eine ganz lockere Tour zum Entspannen gefahren wird. Außerdem hatten sie bei der letzten Ausfahrt mitbekommen, dass ich nicht so schnell war. Bei einer langsamen Runde dachten sie wohl, dass ich mithalten kann. Ich nahm zwei Trinkflaschen mit, weil ich mittlerweile ja meine Pappenheimer schon kenne. Wer weiß, nachher fuhren sie doch 20 oder 30 km.

GC500 Richtung Arguineguin: links der Atlantik, rechts die Berge
GC500 Richtung Arguineguin: links der Atlantik, rechts die Berge

Den Überlegungen konnte ich nicht folgen

Am vereinbarten Treffpunkt angekommen fragte ich dann auch, ob es noch bei der lockeren und entspannten Tour blieb. Ja, ja, locker, 10 km. Gut. Der Blick der mich traf ließ mich kurz stocken. Dann überlegten sie wohin die Tour gehen sollten und als dann von Mogán die Rede war, kam mir das komisch vor. Erstens ist Mogán von Arinaga aus mindestens 60 km entfernt, also hin und zurück 120 km, und da die beiden das so selbstverständlich sagten, dämmerte mir plötzlich was hier schief gelaufen war. Die beiden sprachen immer von 100 km und ich hatte stattdessen geglaubt, sie hätten 10 gesagt. Nun denn. Obwohl ich eigentlich diez = 10 und cien = 100 gut auseinanderhalten konnte, aber wieso ich das in den falschen Hals bekam?

Spanischkenntnisse sind wichtig

Meine Frage war nun: Trotzdem mit? Ich freute mich ja auf die Gruppenfahrt, deshalb ja. Ich sagte vorsorglich schon mal, dass ich vor zwei Tagen bereits 80 km in den Beinen hatte, und ich nicht wüsste, wie mein Hintern reagieren würde. Ich fand die Ausrede gut. Da es die Hin- und Rücktour auf derselben Straße gefahren wurde, war es für mich kein Problem mittendrinnen umzudrehen. Bei meinem Tempo würden sie mich dann schon wieder einholen. So kam es dann auch. Ich fuhr lediglich bis Aguineguin (40 km), die beiden bis Mogán (60 km), aber erstaunlicherweise holten sie mich nicht ein. Hoffentlich fuhren sie nicht den ganzen Tag in einem Kreisel und warteten auf mich.

Eines war mir heute wieder klar geworden. Das Vokabeln pauken musste ich eine höhere Priorität geben.

Eure,

Paula

p. s.

Ein Klick auf dieses Symbol führt zur Internetseite von gpsies.com, wo diese Strecken angesehen, bearbeitet oder gedownloadet werden können.

GPSies - 76km-900hm-Aguineguin

 

Heutige Rennrad-Erholungsfahrt endete im Regen

Regenwolken in Arinaga im Osten von Gran Canaria und das im Sommer!

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Hallo, hier ist wieder Paula. Nie wieder werde ich hier das Wetter loben, das bekommt ihm nicht und spinnt nur noch rum. Regen! Im Sommer?! Wo sind wir denn?

Ruhige und entspannte Rennrad-Tour geplant

meine heutige Tour war so geplant, dass ich mit niedrigem Puls eine hohe Trittfrequenz treten konnte. Also flach. Also führte es mich erst nach Carrizal, dort drehte ich im Kreisel und fuhr durch Vecindario zurück. Drehte auf der Höhe von El Doctoral und nun ging es wieder nach Hause.

Regenwolken in Arinaga im Osten von Gran Canaria und das im Sommer! www.gran-canaria-blog.de
Regenwolken in Arinaga im Osten von Gran Canaria und das im Sommer! www.gran-canaria-blog.de

Kuschelnde Wolken

Bestaunte ich anfangs noch die Wolken, die sich liebevoll von hinten an die Berge schmiegten und sie liebevoll umarmten, als kuschelten sie, fand ich das gar nicht mehr toll, als ich die ersten Regentropfen abbekam. Allerdings waren hierfür nicht die Kuschelwolken, sondern die dunkelgrauen Wolken verantwortlich, die vom Süden kamen. So schien es. Sie zogen also gegen den Wind auf, was in Deutschland eigentlich Gewitter bedeutet. Hier anscheinend nur, dass die hellen Wolken mit den Bergen kuscheln. Wovon ich leider kein Foto habe. Konnte ja nicht wissen, dass ich heute dieses Schauspiel zu Gesicht bekomme.

Straßenentwässerungssystem nicht für Regen geeignet

Gut, das meine heutige Tour keine fünfstündige Ausfahrt war. Denn ich traue den Straßenverhältnissen hier nicht so recht. So selten wie es hier regnet, wird das Entwässerungssystem sicherlich nicht so optimiert sein, wie in Deutschland. Und als es dann einige MInuten regnete, so ein schöner gleichmäßiger Regen, sah ich dann auch überall nur Pfützen auf den Straßen. Also das Gefälle führt nicht zu den Straßeneinläufen hin, wenn es denn überhaupt welche gibt. Das Wasser stand einfach auf der Straße, kümmerte sich um nichts und wartete auf die Sonne.

Bei Regen steht das Wasser auf Gran Canaria auf den Straßen
Bei Regen steht das Wasser auf Gran Canaria auf den Straßen
Nach dem Regen wartet auf Gran Canaria alles auf die Sonne
Nach dem Regen wartet auf Gran Canaria alles auf die Sonne

Schmierfilm von Staub und Regen entkam ich

Zudem fragte ich mich, wieviel Dreck und Staub wohl auf der Straße liegen, welches mit dem Regen dann einen schönen Schmierfilm bildet. Bei mir war die Reststrecke nur noch kurz, aber es reichte, damit ich vollends durchnässt war, als ich ankam. Dann habe ich das nun auch mal erlebt. Werde mal einen Antrag stellen, dass die Stadt einen Platz einrichten soll, auf dem man seine Fahrräder abspritzen kann. Das wäre doch mal was.

Heutige Rennrad-Tour

(der Link zur Internet-Plattform gpsies.com folgt am Ende des Beitrages)

Kurz zur Charasteristik der Strecke. Von Playa Arinaga bis Cruce Arinaga ist ein schöner neuer Asphaltbelag und sehr schön zu fahren. Hier existiert ein breiter Seitenstreifen, auf dem gefahren werden kann. Diesen Seitenstreifen gibt es auch auf der GC191 von Carrizal nach Vecindario. Die Baustellen in Vecindario gehören endlich der Vergangenheit an, sodass man auch wieder durch Vecindario fahren kann.

Eure,

Paula

 

Link zur Internet-Plattform gpsies.com (von dort können die Strecken auf PC oder Navigationsgeräte gedownloadet werden)
GPSies - 27km-200hm-Carrizal-Vecindario-GA1

 

 

 

Spanische Mentalität: Kennst du einen, kennst du alle

Montañeta Redonda - Fataga - Gran Canaria

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Hallo, hier ist wieder Paula. Bei meiner heutigen Rennrad-Tour traf ich drei Sportler aus Arinaga, was mit einer schnellen Tour und anschließender Aufnahme in die Gruppe endete.

Montañeta Redonda - Fataga - Süden von Gran Canaria
Montañeta Redonda – Fataga – Süden von Gran Canaria

Mit der Sonne im Rücken den Berg hinauf

Mit dem Sonnenaufgang machte ich mich wieder auf eine Bergtour und freute mich auf die Herausforderung. Bergauf fuhr ich Schrittgeschwindigkeit eines 70-jährigen, ergo, mein derzeitiges Tempo in den Bergen von Gran Canaria. Plötzlich hörte ich schnaufen und Reifenrollen auf dem Asphalt und schon huschten zwei Rennradfahrer an mir vorbei. Kaum waren sie oben an der Steigung angekommen, drehten sie um und fuhren wieder runter. Wir grüßten uns nett und ich schaute sicherlich etwas neidisch auf die Sprintqualitäten am Berg. Aber ich beruhigte mich, das werde ich in meinem Leben auch noch erleben. Selbst nach einer heilbringenden Banane fuhr ich recht kaputt vom Anstieg weiter.

Beim Überholen wurde ich nett gegrüßt – immerhin

Bergan fahre ich eigentlich sehr gerne, wenn ich vorher einen Berg runter fuhr und für den folgenden Anstieg die Geschwindigkeit mitnehmen kann. So mit diesem Tempo fährt es sich recht locker die Berge hoch, was dann auch mich sehr fasziniert. In der Ferne sah ich drei Rennradfahrer und fragte mich, wann Sie mich eingeholt haben werden. Zwei Anstiege später war es dann soweit. Sie grüßten wieder nett und ich sah, dass es dieselben von eben waren. Sie zwei sind wieder runter gefahren, weil der Dritte nicht so schnell fuhr. Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir alle aus Arinaga kamen. Ich wurde eingeladen mitzufahren und da ich Lust hatte zumindest ein paar Meter mitzufahren, sagte ich zu.

Montañeta Redonda - Fataga - Gran Canaria
Montañeta Redonda – Fataga – Gran Canaria

Meine stillen Helden kamen ebenfalls aus Arinaga

Meine drei Begleiter fuhren recht locker und ich war total am Limit, ich pumpte und hechelte, aber was tat man nicht alles. Die Jungs warteten bei jedem Kreisel auf mich, in dem sie solange im Kreisel fuhren, bis ich da war. So bekam ich immer wieder die Gelegenheit mich zu unterhalten. Sie waren Triathleten und wollten nach der Tour noch etwas schwimmen. Da es sehr heiß war, sagte ich zu und wollte auch dorthin. Es gab eine Gruppe von Sportlern, die dort regelmäßig um 11-11.30 Uhr einen Kaffee trank und anschließend schwammen. Der Treffpunkt beim Mercado wurde mir genannt und wir trafen uns nach der Tour im Cafe.

Plötzlich kannte ich ganz Arinaga

Dort war es ein laufendes Begrüßen. Jedem wurde ich vorgestellt und auf die Frage, woher wir uns kennen, sagten sie flunkernd, dass ich mit ihnen die Tour gemacht hätte und gut mithalten konnte. Ich dankte schweigend für diese Übertreibung und ging ständig die Namen der vielen und immer mehr werdenden Menschen durch. Ich wollte mir zumindest ein paar Namen merken, was aber immer schwieriger wurde. Es wurde viel geredet und gequatscht und dann ging es zum gemeinsamen Schwimmen.

Schwimmen ins offene Meer - Playa Arinaga - Gran Canaria
Schwimmen ins offene Meer – Playa Arinaga – Gran Canaria

Im Meer von Haien umgeben

Geschwommen bin ich die letzten 30 Jahre nicht mehr und im Meer schon mal gar nicht. Die anderen wollten ca. 3000 Meter schwimmen. Erst ging es 200 Meter ins offene Meer hinaus, um dann links abzubiegen und entlang der Küste zu schwimmen. Mir wurden die Entfernungsmarkierungen genannt. Die Piscina waren 1.000 Meter, das Museum ca. 2.000 Meter und Risco Verde ca. 3.000 Meter. Ich war schwerst beeindruckt. Ich schaffte es mit Pausen zur roten Boje, die vom Strand so nah aussah. Als ich nun zurückblickte dachte ich, ich wäre 10 km weit weg vom Strand. Es fühlte sich an, als wäre ich mit einem Schwimmschlag weiter mitten im Meer und von Haien umschwommen. ABer jedes Mal, wenn ich mit meiner Schwimmbrille im Wasser nachschaute, ob die Haie sich von unten näherten, sah ich … nichts. Mit bubberndem Herzen schwamm ich wieder Richtung Strand.

Die Abkühlung tat richtig gut, obwohl meine Beine nun noch wabbeliger waren. Nach dem Radfahren waren sie Pudding, nun nur noch Soße. Meine Dusche und das Bett riefen plötzlich unangenehm laut und ich wollte diese Rufe verstummen lassen.

Eure,

Paula