Von 0 auf 828 in 128 Minuten mit dem Rennrad nach Santa Lucía

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Hallo, hier ist wieder Paula. Meine Sonntagsausfahrt mit dem Rennrad sollte bis Santa Lucía auf eine Höhe von 828 Metern führen, vorausgesetzt ich erreiche den Bergkamm.

Sonntagstour nach Santa Lucía

Am heutigen Morgen war ich etwas geschafft und müde vorm Vortag. Deshalb fuhr ich zwar meine geplante Route los, aber es gab genügend Abzweigungen an denen ich hätte die Strecke abkürzen können. Denn ich wollte 53 km fahren mit insgesamt 1.000 Höhenmetern. Meine derzeitigen Strecken waren 20 km kürzer und 500 Höhenmeter weniger. Für den Sonntag dachte ich, könnte ich das mal angehen. Das Wetter spielte mit, es war zwar sehr warm, aber der Wind war nicht so schlimm.

Tapfer fuhr ich Richtung Anstieg

Anstieg von Era de Cardon nach Santa Lucía auf Gran Canaria.
Anstieg von Era de Cardon nach Santa Lucía auf Gran Canaria.

Nach dem Ort Era de Cardon kam meine Abzweigung. Auf dem Kilometer vorher sah ich den Anstieg, der über den Berg führte und sehr bedrohlich für meine Beine aussah. Aber tapfer fuhr ich bei der Abzweigung nicht wie die letzten Mal rechts ab Richtung Agüimes, nein, ich fuhr nach links Richtung Santa Lucía. Mir war klar, dass ich diesen Anstieg nicht komplett schaffen würde und war gespannt, wie weit ich es fahren könnte. Die Anstiege waren von Anfang an steiler, als die bisherigen, aber erstaunlicherweise fuhr es sich recht gut.

Mit Blick zum Asphalt fuhr ich hoch

Mein Blick wanderte immer wieder zur nächsten Biegung und wunderte mich jedes Mal, wenn ich dort ankam und immer noch Kraft hatte, um weiter zu fahren. So fuhr ich von Anstieg zu Anstieg und plötzlich teilte sich vor mir der Felsen. Ich hatte es geschafft und war auf der Bergspitze! Ich hatte es tatsächlich geschafft. Niemals hätte ich das gedacht, nicht heute und sonst auch mit mehr Problemen. Aber nein, ich rollte auf die andere Seite des Berges mit einem lauten Freudenschrei.

Barranco de Tirajana – gigantisch

Barranco de Tirajana auf Gran Canaria
Barranco de Tirajana auf Gran Canaria

Hinter der Bergspitze öffnete sich eine atemberaubende Landschaft. Es gab zwei Bergketten, die vom Barranco de Tirajana getrennt waren. Ich fuhr Richtung Santa Lucía und blickte in das Tal und sah gegenüber die steilen Felswände. Gigantisch! Der Berg Amurga, auf den ich blickte maß stolze 1.131 Meter. Die Strecke nach Santa Lucía führte westwärts und ich entdeckte bald die Ortschaft San Bartolomé in den Bergen. Es sah so aus, als ob San Bartolomé direkt in den kompletten Barranco einsehen konnte.

Barranco de Tirajana mit Blick auf Amurga (1131m) auf Gran Canaria.
Barranco de Tirajana mit Blick auf Amurga (1131m) auf Gran Canaria.

Zwischendrinnen fuhr ich am Stausee Embalse de Tirajana vorbei, der – wie alle anderen Stauseen derzeit – sehr wenig Wasser enthielt. Es führte ein Weg hinab zum Stausee, der auch ein Restaurant bot. Dort wurde der Ausblick mit Schildern angepriesen und ich schwor mir, beim nächsten Mal diese 500 Meter hinab und wieder hinauf zu fahren, um dort unten Fotos zu machen. Von der Staumauer aus, musste der Blick in den Barranco wunderschön sein.

Pause in Santa Lucía gestrichen

Da ich nicht wusste, wie ich die Hälfte des Weges hinter mich gebracht haben würde, plante ich einen Halt in Santa Lucía für eine  kurze Kaffeepause. Allerdings war ich fitter als ich dachte und fuhr direkt vor der Ortschaft Richtung Temisas. Nun würde ein erneuter Anstieg folgen, der so aussah, als ob meine Beine den nicht hochfahren. Konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich diesen steilen Anstieg schaffen sollte. Aber auch dieses Mal täuschte ich mich. Die Anstiege sahen schlimmer aus, als es sich dann tatsächlich fuhr.

Temisas bot sich nicht für eine Rast an

Beim Mirador de Guriete vor Santa Lucía auf Gran Canaria.
Beim Mirador de Guriete vor Santa Lucía auf Gran Canaria.

Nach dem Anstieg fuhr ich über die zweite Bergspitze und ich blickte in das nächste Tal und gegenüber auf den Berg Teheral mit 912 Metern. Die knackigen Anstiege bleiben, allerdings waren diese leichter zu fahren, weil ich mit SChwung von den Abstiegen kam und diesen meistens mitnehmen konnte. Ich merkte, dass ich die Haarnadelkurven besser fuhr. In Temisas liess ich die Pause ausfallen, weil der Ort direkt unter der Straße lag und nicht wirklich zu einer Rast einlud. Direkt an der Straße war ein Cafe, allerdings ohne Außenplätze. Da ich mein Rennrad nicht allein draußen stehen ließ, fuhr ich weiter. Ich hatte noch genügend Trinken und einen halben Riegel, sodass die Rast nicht unbedingt sein musste.

Agüimes empfing mich mit Wind

Nun führte die GC550 Richtung Agüimes und ich spürte den Wind, der vorher von den Bergen abgeschirmt war. Anfangs freute ich mich, da es fast 30 Grad hatte und ich die Abkühlung genoss. Allerdings wurde der Wind mit jedem Kilometer heftiger, sodass er mich zwang langsamer zu fahren. Denn auf den Bergstraßen wurde ich durch den Seitenwind doch arg gebeutelt. Da ich keine Lust auf einen unfreiwilligen Abstieg hatte, gab ich nach. Musste deshalb viel mehr auf den Abstiegen bremsen, als mir lieb war.

Begleitschutz von Guardia Civil

Kurz vor Agüimes bog ich rechts nach Los Corralillos ab, denn die Abfahrt von Agüimes nach Cruce de Arinaga mit dem heftigen Wind, tat ich mir nicht mehr an. Da doch lieber die Strecke über den Crocodrillos Park. Dieser war mit weniger Wind, schönerer Landschaft und weniger Autos eh zu empfehlen. Eine Weile fuhr die Guardia Civil hintermir, weshalb ich peinlichst auf meine Geschwindigkeit achtete. Weshalb sie mich nicht überholten und so lange hinter mir blieben, konnte ich nur raten.

Zu Hause in meiner Wohnung spürte ich nach der dreistündigen Fahrt jeden Muskel, aber war glücklich und happy, dass ich diese Fahrt so erfolgreich und doch recht entspannt fahren konnte. Ich entwickle mich noch zur Bergspezialistin, wenn es so weiter geht.

Eure,

Paula

 

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