Meine Rennrad-Tour am Sonntag über Sardina nach Los Coralillos

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Hallo, hier ist wieder Paula. Sonntagstour mit meinem Rennrad durch die Berge von Gran Canaria und ich fühlte mich wie der King. Anstiege waren auch wieder stetig und gut zu fahren.

Dunkle Wolken lassen mich an der Tour zweifeln

Hinter Sardina Richtung Landesinnere taucht dieser  Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria auf. Foto: gran-canaria-blog.de
Hinter Sardina Richtung Landesinnere taucht dieser Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria auf.

Ich war mir nicht sicher, ob ich heute schon wieder eine Tour mit dem Rennrad fahren sollte oder ob ich einfach mit dem Mountainbike ein paar Runden ums Haus fahre, um die Beine zu lockern. Ein Blick zum Himmel deutete daraufhin, heute keine Tour zu fahren. Dunkle, dicke Wolken am Himmel, die die Sonne verbergen. Da ich trotzdem Lust hatte, horchte ich in mich hinein bzw. in meine Beine und die waren heiß auf den Ritt. Nun denn, ich verschob  den Start und machte mich langsam fertig.

Kleine Steigerung nach den letzten beiden Touren

Die heutige Rennrad-Tour sollte eine kleine Steigung zur letzten (ersten) Bergtour darstellen. 6 km und 100 hm mehr. Sollte ich es nicht schaffen, konnte ich jederzeit umdrehen und runterrollen. So beruhigte ich mich, da ich erstaunt war, dass meine Beine sich so gar nicht zu Wort meldeten. Auf die Tour war ich gespannt. Es war ein anderes Gebiet und ich freute mich auf neue Eindrücke. Meine Kamera war natürlich dabei. Frühstück ließ ich sausen, weil ich damit zu spät losgekommen wäre und die Hitze in den Bergen ist schon enorm. Dort weht kaum Wind und dann prallt die Sonne gnadenlos auf mich nieder.

Beim Start lacht die Sonne mit mir

Mitten im Barranquillo de Sardina wächst diese grüne Oase im Osten von Gran Canaria. Foto: gran-canaria-blog.de
Mitten im Barranquillo de Sardina wächst diese grüne Oase im Osten von Gran Canaria.

Pünktlich zum Start um 9:15 Uhr kam die Sonne heraus und es wurde schön. Na, wer sagt es denn. Diese Tour führte erst nach Vecindario, was ideal war um sich einzurollen. Nach 9 km führte die Tour Richtung Landesinnere und Richtung Sardina. Bis hierhin war es noch recht flach, allerdings spürte ich meine Beine. Da ausgerechnet jetzt wunderschöne Motive auftauchen, schoss ich ein paar Fotos und erholte mich etwas. Es ging weiter und der Anblick die Straße hoch, ließ mich doch an meiner Streckenplanung zweifeln. Es schien als ginge es stetig bergan und das nicht zu knapp.

Respekt vor dem Anstieg

Nachdem ich mir sagte, dass ich auch mit 5 km/h diesen Anstiege fahren kann und wenn alle Stricke reißen, rolle ich wieder runter, ging es los. Ich versuchte nicht zu oft nach oben zu schauen, sondern auf den Asphalt. So konzentrierte ich mich auf mich und meinen Puls. Denn egal, wie steil der Anstieg sein sollte, ich wollte den Puls im Grundlagenausdauerbereich halten. Bei 6 km/h fragte ich mich, wie langsam ich wohl fahren könnte. Allerdings wurde das nicht heute getestet. Der Anstieg sah schlimmer aus, als er war und er verlor mit jedem weiteren gefahrenen Meter mehr seinen Schrecken.

Angsteinflößender Anstieg war nicht meiner

Allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Anstieg bis zum Schluss schaffte. Denn es sah enorm steil aus, zumal von Weitem arg abenteuerlich gebaut. Mein Herz hüpfte vor Freude, als ich sah, dass ich diesen Wahnsinnsanstieg nicht fahren musste. Meine Tour führte mich nach rechts und ging erstmal bergab. Was in den Bergen erst für Erholung und dann schwere Beine sorgt, wenn es wieder bergauf ging. Als ich an diesem Punkt erneut Fotos schoss, fuhren die ersten Rennradfahrer an mir vorbei und es sollten weitere folgen.

Weitere 5 km in den Bergen

Bevor ich weiterfuhr checkte ich, wie es mit meinem Trinken aussieht. Aber ich hatte noch eine Trinkflasche und bereits 15 km hinter mich gebracht. Von den restlichen 15 km führten 10 km bergab, also blieben 750 ml für die nächsten 5 km. Das sollte reichen und los ging es. Ein rasanter Abstieg belohnte mich für die Mühen und die anschließenden Anstiege waren alle nicht mehr furcheinflössend. Also konnte ich die Strecke in den Bergen, die mich um den Roque Aguayro führte, genießen. Pures Erlebnis. Berge,Täler, Einsamkeit, Wärme, Sonne, blauer Himmel – herrlich.

Plötzlich fiel es 100 Meter neben mir ab

Abfallende Hänge beim Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria. Foto: gran-canaria-blog.de
Abfallende Hänge beim Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria.

Der zweite Abstieg erhöhte meinen Adrelinspiegel schlagartig. Denn gefühlt fuhr ich Richtung Abgrund bevor die Straße nach links abbog. Puh, da musste ich sofort Fotos machen. Allerdings sieht es auf den Fotos eher schön und entspannt aus. Nach ein paar Sekunden hatte ich mich an den Anblick gewöhnt und fuhr voller Freude weiter. Als ich wieder am Anstieg war sah ich, dass hinter mir zwei Rennradfahrer gerade abwärts fuhren. Gespannt war ich, wie schnell sie mich einholen würden. Die anderen Fahrer, die ich sah, fuhren alle so schnell und dynamisch an mir vorbei, dass es nicht lange dauern konnte.

Süchtig nach Bergtouren

Weitere Ab- und Anstiege ließen mich endgültig von den Bergtouren schwärmen. Ich wusste, dass es nun mit mir vorbei war. Ohne Berge würde ich wohl kaum noch eine Tour fahren. Wie herrlich, interessant und abwechslungsreich sind diese Touren. Toll! Bei jedem Anstieg blickte ich zurück und sah, dass die beiden nicht näher kamen. Das wunderte mich insofern, da ich bei jedem Anstieg peinlichst genau auf meinen Puls achtete. Aber das gab mir einen zusätzlichen Kick!

Trinken beim Abstieg – fataler Gedanke

Die Sonne brannte mittlerweile herunter und ich versuchte regelmäßig zu trinken. Was allerdings bergan bei 7 km/h recht schwierig ist, wenn ich doch alle Hände brauche, um den Aufstieg zu schaffen. Deshalb dachte ich, mensch, trink doch, wenn du bergab fährst. Gute Idee und gleich beim nächsten Abstieg in die Tat umgesetzt. Aber nur kurz, denn ich fuhr die Abstiege mit rund 40 km/h hinunter und als ich so mit der rechten Hand trank und die linke Hand an der Bremse ruhte, dachte ich so, wenn ich nun bremsen muss, dann mache ich einen Abflug. Denn einhändig sollte keiner Bremsen, schon gar nicht bei meiner Geschwindigkeit und im Berg. So schnell hatte ich meine Trinkflasche noch nie wieder zurück gepackt.

Kurzzeitig gemeinsam

Schon waren die 5 km in den Bergen vorbei und ich bog rechts ab, um die 10 km wieder hinunter zu rollen. Meine Geschwindigkeiten erhöhten sich Richtung 50 km/h und achtete peinlich darauf, wenn Geschwindigkeitsbegrenzungen am Straßenrand standen. Was für Autos galt, sollte ich nicht übersehen. Plötzlich tauchte ein Auto vor mir auf und ich musste doch tatsächlich abbremsen für ein Auto?! Das fuhr auch danach langsamer als ich es getan hätte. Das fand ich nicht lustig und schon war ein anderer Rennradfahrer neben mir. Wir grüßten nett und als das Auto abbog, konnten wir wieder beschleunigen. Ich fuhr hinter ihm her und konnte sehen, wie der seitlich aufkommende Wind uns in Schlängellinien fahren ließ. Je näher wir der Küste kamen und in die Ebene, umso stärker wurde der Wind. Als er bald langsamer fuhr und sich umblickte sah ich, dass das die beiden Fahrer waren und wohl einer recht langsam fuhr, sodass der andere auf ihn wartete. Ich überholte den ersten Fahrer und fuhr alleine weiter. Es ging nur noch bergab und nach Hause, das schaffte ich ohne Begleitung.

Unten am Meer wieder angekommen freute ich mich, dass ich heute die Tour gestartete hatte und, dass ich trotz Berge im Grundlagenausdauerbereich blieb. Das machte mich dann doch stolz.

Eure,

Paula

 

 

 

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