Heutige Rennrad-Erholungsfahrt endete im Regen

Regenwolken in Arinaga im Osten von Gran Canaria und das im Sommer!

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Nie wieder werde ich hier das Wetter loben, das bekommt ihm nicht und spinnt nur noch rum. Regen! Im Sommer?! Wo sind wir denn?

Ruhige und entspannte Rennrad-Tour geplant

meine heutige Tour war so geplant, dass ich mit niedrigem Puls eine hohe Trittfrequenz treten konnte. Also flach. Also führte es mich erst nach Carrizal, dort drehte ich im Kreisel und fuhr durch Vecindario zurück. Drehte auf der Höhe von El Doctoral und nun ging es wieder nach Hause.

Regenwolken in Arinaga im Osten von Gran Canaria und das im Sommer! www.gran-canaria-blog.de
Regenwolken in Arinaga im Osten von Gran Canaria und das im Sommer! www.gran-canaria-blog.de

Kuschelnde Wolken

Bestaunte ich anfangs noch die Wolken, die sich liebevoll von hinten an die Berge schmiegten und sie liebevoll umarmten, als kuschelten sie, fand ich das gar nicht mehr toll, als ich die ersten Regentropfen abbekam. Allerdings waren hierfür nicht die Kuschelwolken, sondern die dunkelgrauen Wolken verantwortlich, die vom Süden kamen. So schien es. Sie zogen also gegen den Wind auf, was in Deutschland eigentlich Gewitter bedeutet. Hier anscheinend nur, dass die hellen Wolken mit den Bergen kuscheln. Wovon ich leider kein Foto habe. Konnte ja nicht wissen, dass ich heute dieses Schauspiel zu Gesicht bekomme.

Straßenentwässerungssystem nicht für Regen geeignet

Gut, das meine heutige Tour keine fünfstündige Ausfahrt war. Denn ich traue den Straßenverhältnissen hier nicht so recht. So selten wie es hier regnet, wird das Entwässerungssystem sicherlich nicht so optimiert sein, wie in Deutschland. Und als es dann einige MInuten regnete, so ein schöner gleichmäßiger Regen, sah ich dann auch überall nur Pfützen auf den Straßen. Also das Gefälle führt nicht zu den Straßeneinläufen hin, wenn es denn überhaupt welche gibt. Das Wasser stand einfach auf der Straße, kümmerte sich um nichts und wartete auf die Sonne.

Bei Regen steht das Wasser auf Gran Canaria auf den Straßen
Bei Regen steht das Wasser auf Gran Canaria auf den Straßen
Nach dem Regen wartet auf Gran Canaria alles auf die Sonne
Nach dem Regen wartet auf Gran Canaria alles auf die Sonne

Schmierfilm von Staub und Regen entkam ich

Zudem fragte ich mich, wieviel Dreck und Staub wohl auf der Straße liegen, welches mit dem Regen dann einen schönen Schmierfilm bildet. Bei mir war die Reststrecke nur noch kurz, aber es reichte, damit ich vollends durchnässt war, als ich ankam. Dann habe ich das nun auch mal erlebt. Werde mal einen Antrag stellen, dass die Stadt einen Platz einrichten soll, auf dem man seine Fahrräder abspritzen kann. Das wäre doch mal was.

Heutige Rennrad-Tour

(der Link zur Internet-Plattform gpsies.com folgt am Ende des Beitrages)

Kurz zur Charasteristik der Strecke. Von Playa Arinaga bis Cruce Arinaga ist ein schöner neuer Asphaltbelag und sehr schön zu fahren. Hier existiert ein breiter Seitenstreifen, auf dem gefahren werden kann. Diesen Seitenstreifen gibt es auch auf der GC191 von Carrizal nach Vecindario. Die Baustellen in Vecindario gehören endlich der Vergangenheit an, sodass man auch wieder durch Vecindario fahren kann.

Eure,

Paula

 

Link zur Internet-Plattform gpsies.com (von dort können die Strecken auf PC oder Navigationsgeräte gedownloadet werden)
GPSies - 27km-200hm-Carrizal-Vecindario-GA1

 

 

 

Spanische Mentalität: Kennst du einen, kennst du alle

Montañeta Redonda - Fataga - Gran Canaria

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Bei meiner heutigen Rennrad-Tour traf ich drei Sportler aus Arinaga, was mit einer schnellen Tour und anschließender Aufnahme in die Gruppe endete.

Montañeta Redonda - Fataga - Süden von Gran Canaria
Montañeta Redonda – Fataga – Süden von Gran Canaria

Mit der Sonne im Rücken den Berg hinauf

Mit dem Sonnenaufgang machte ich mich wieder auf eine Bergtour und freute mich auf die Herausforderung. Bergauf fuhr ich Schrittgeschwindigkeit eines 70-jährigen, ergo, mein derzeitiges Tempo in den Bergen von Gran Canaria. Plötzlich hörte ich schnaufen und Reifenrollen auf dem Asphalt und schon huschten zwei Rennradfahrer an mir vorbei. Kaum waren sie oben an der Steigung angekommen, drehten sie um und fuhren wieder runter. Wir grüßten uns nett und ich schaute sicherlich etwas neidisch auf die Sprintqualitäten am Berg. Aber ich beruhigte mich, das werde ich in meinem Leben auch noch erleben. Selbst nach einer heilbringenden Banane fuhr ich recht kaputt vom Anstieg weiter.

Beim Überholen wurde ich nett gegrüßt – immerhin

Bergan fahre ich eigentlich sehr gerne, wenn ich vorher einen Berg runter fuhr und für den folgenden Anstieg die Geschwindigkeit mitnehmen kann. So mit diesem Tempo fährt es sich recht locker die Berge hoch, was dann auch mich sehr fasziniert. In der Ferne sah ich drei Rennradfahrer und fragte mich, wann Sie mich eingeholt haben werden. Zwei Anstiege später war es dann soweit. Sie grüßten wieder nett und ich sah, dass es dieselben von eben waren. Sie zwei sind wieder runter gefahren, weil der Dritte nicht so schnell fuhr. Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir alle aus Arinaga kamen. Ich wurde eingeladen mitzufahren und da ich Lust hatte zumindest ein paar Meter mitzufahren, sagte ich zu.

Montañeta Redonda - Fataga - Gran Canaria
Montañeta Redonda – Fataga – Gran Canaria

Meine stillen Helden kamen ebenfalls aus Arinaga

Meine drei Begleiter fuhren recht locker und ich war total am Limit, ich pumpte und hechelte, aber was tat man nicht alles. Die Jungs warteten bei jedem Kreisel auf mich, in dem sie solange im Kreisel fuhren, bis ich da war. So bekam ich immer wieder die Gelegenheit mich zu unterhalten. Sie waren Triathleten und wollten nach der Tour noch etwas schwimmen. Da es sehr heiß war, sagte ich zu und wollte auch dorthin. Es gab eine Gruppe von Sportlern, die dort regelmäßig um 11-11.30 Uhr einen Kaffee trank und anschließend schwammen. Der Treffpunkt beim Mercado wurde mir genannt und wir trafen uns nach der Tour im Cafe.

Plötzlich kannte ich ganz Arinaga

Dort war es ein laufendes Begrüßen. Jedem wurde ich vorgestellt und auf die Frage, woher wir uns kennen, sagten sie flunkernd, dass ich mit ihnen die Tour gemacht hätte und gut mithalten konnte. Ich dankte schweigend für diese Übertreibung und ging ständig die Namen der vielen und immer mehr werdenden Menschen durch. Ich wollte mir zumindest ein paar Namen merken, was aber immer schwieriger wurde. Es wurde viel geredet und gequatscht und dann ging es zum gemeinsamen Schwimmen.

Schwimmen ins offene Meer - Playa Arinaga - Gran Canaria
Schwimmen ins offene Meer – Playa Arinaga – Gran Canaria

Im Meer von Haien umgeben

Geschwommen bin ich die letzten 30 Jahre nicht mehr und im Meer schon mal gar nicht. Die anderen wollten ca. 3000 Meter schwimmen. Erst ging es 200 Meter ins offene Meer hinaus, um dann links abzubiegen und entlang der Küste zu schwimmen. Mir wurden die Entfernungsmarkierungen genannt. Die Piscina waren 1.000 Meter, das Museum ca. 2.000 Meter und Risco Verde ca. 3.000 Meter. Ich war schwerst beeindruckt. Ich schaffte es mit Pausen zur roten Boje, die vom Strand so nah aussah. Als ich nun zurückblickte dachte ich, ich wäre 10 km weit weg vom Strand. Es fühlte sich an, als wäre ich mit einem Schwimmschlag weiter mitten im Meer und von Haien umschwommen. ABer jedes Mal, wenn ich mit meiner Schwimmbrille im Wasser nachschaute, ob die Haie sich von unten näherten, sah ich … nichts. Mit bubberndem Herzen schwamm ich wieder Richtung Strand.

Die Abkühlung tat richtig gut, obwohl meine Beine nun noch wabbeliger waren. Nach dem Radfahren waren sie Pudding, nun nur noch Soße. Meine Dusche und das Bett riefen plötzlich unangenehm laut und ich wollte diese Rufe verstummen lassen.

Eure,

Paula

 

 

Rennrad-Tour mit Igeln, Eidechsen, Ziegen und Kühen auf Gran Canaria

Füße statt toter Tiere

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Meine Gedanken wanderten heute beim Rennrad fahren zu vielen Tieren auf Gran Canaria: Igeln, Eidechsen, Ziegen und Kühen.

Bin vor der Sonne wach

Ich traue mich das ja kaum zu sagen, aber doch, ich wachte freiwillig um halb Sieben auf. Da war mein Schicksal geschmiedet! War ich gestern noch unschlüssig, ob ich fahren sollte, denn eine Rennrad-Tour würde ich in der Mittagssonne nicht schaffen, gab es nun kein Halten mehr. Ein Blick nach draußen in die Dunkelheit ließ mich ungeduldig ein paar spanisch Vokabeln lernen. Und alle paar Minuten blickte ich nach draußen und schaute, wie weit die Sonne schon war. Als es endlich hell genug war, fuhr ich los.

Viele Igel auf Gran Canaria

Heute begegnete ich vielen Tieren, die mir über den Weg liefen. Obwohl … liefen? Ich sah noch niemals in meinem so viele Igel, wie hier auf Gran Canaria. Jedes Mal, wenn ich einen Igel sehe, denke ich, huch, wie kommt der denn hierher? Instinktiv frage ich mich immer, wie dieser Igel den Weg aus Deutschland schaffte. ABer eigentlich ja quatsch, warum nur Deutschland? Aber denke ich an Igel, denke ich an Winterschlaf. Und wo bitte schön kann hier auf Gran Canaria ein Igel ein Winterschlaf halten? Genau! Also passt ein Igel nicht wirklich auf die Insel. Ich vermute mal, dass den hiesigen Igeln auch der Winterschlaf fehlt. Vermutlich erholen Sie sich im Winter, um im Sommer dann fit zu sein. Müssen sie ja auch, immerhin drohen böse Reifen mit Stahlkappen. Und kanarische Igel scheinen nicht fit zu sein, sonst würde ich nicht so viele auf dem Asphalt liegen sehen. Also … platt.

Eidechsen rascheln nur

Eidechsen sind ja schon fast ein Wahrheitszeichen oder werden hier, wie in Indien die Kuh, verehrt. Na ja, ganz so sicher nicht, aber es gibt Gehwegplatten mit eingestanzten Eidechsenformen, ebenso hängen an diversen Häusern und Felswänden übergroße Eidechsen, mal farblich angepasst, mal grell und bunt. Also diese Eidechsen höre ich ständig rascheln, wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin. Und bei jedem Rascheln denke ich, bleibt bloß wo ihr seid und unterschätzt mich nicht. Denn eines möchte ich niemals nicht erleben! Wenn ich einer Eidechse, die vor mir über die Straße läuft, den Schwanz abfahre. Nee, schon der Gedanke … fürchterlich. Noch fürchterlicher als Kakerlaken im Bett. Und auch da sehe ich viele auf der Straße, wenn auch nicht vom Rennrad-Reifen zertrennt, aber wohl von Autoreifen zerquetscht. Sieht auch nicht schön aus.

Füße statt toter Tiere auf Gran Canaria
Füße statt toter Tiere

Ziegen und Kühe halten sich versteckt

Ziegen und Kühe fallen einem Touristen auf Gran Canaria nicht wirklich auf. Zumindest mir nicht. Sie stehen auch nicht auf Weiden an den Straßen, wie in Deutschland. Als Kuh hätte ich auch keine Lust auf diese Hitze. Aber wenn ich mit dem Rennrad Richtung Landesinnere fahre, dann rieche ich öfters, dass Tierhaltung betrieben wird. Sehen tue ich keine Kühe, mal ein paar Ziegen, aber eigentlich sind die gut versteckt. Ich rieche sie und denke, wie in Deutschland. Es ist halt nicht alles anders auf dieser Insel.

Eine Begegnung mit einer Kuh

Allerdings wundere ich mich über die Hinweisschilder, die vor Kühen warnen. Bis dato sah ich bei diesen Schildern weit und breit keine Kuh und das darf auch gerne so bleiben. Habe keine Lust auf eine Bekanntschaft in den Bergen, wo ich keine Fluchtmöglichkeit habe. Gut, sie sollen friedlich sein, aber wer weiß das schon? Wer weiß, wie die Kühe hier auf Gran Canaria drauf sind. Vielleicht solidarisieren sie sich mit den toten Igeln oder Eidechsen und sehen dann nur, dass ich zwei potentielle Tötungs-Reifen mein Eigen nenne. Von so einer Begegnung muss ich hoffentlich hier niemals berichten.

Eure,

Paula

Machogehabe kann auch richtig wohltuend sein – manchmal

Parkbank im Schatten Las Palmas Gran Canaria

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Es gibt Tage, an denen freue ich mich diebisch über Begebenheiten, über die ich mich sonst aufregen würde. Machogehabe von Männern, zum Beispiel.

Es gibt so Tage wie diese

Ich schrieb gestern von meinem gebrauchten Tag als ich mich auf meinem Rennrad Richtung Berge quälte und der Tag einfach nicht so sein sollte, wie ich es geplant und damit gewünscht hätte. Aber was soll ich sagen, dann kam sie, die Begebenheit, die mich noch eine Weile beschäftigen sollte.

Auf der Suche nach Ablenkung

leere Straßen Cruce de Arinaga im Osten von Gran Canaria
leere Straßen Cruce de Arinaga im Osten von Gran Canaria

In Vecindario fuhr ich Richtung Cruz de Sardina, eine lange Straße, die morgens am Sonntag ziemlich leer ist. In der Ferne sehe ich einen Mann, wie er auf einer Parkbank sitzt. Es scheint, als telefonierte er. Er stand auf, ging ein paar Schritte und hielt sich das Handy ans Ohr. Da es sonst nichts in der dieser Straße gab, beobachtete ich ihn während ich ihm näher kam. Das ging eine Weile so weiter. Als ich in seiner Nähe war, klappte er sein Handy zu und ging zur Straße. Er musste warten, bis ich vorbei fuhr, zumindest tat er es, was ich nett fand. Aber der Umgang mit Rennrad-Fahrern ist erstaunlich freundlich und entspannt.

Sonntagsfahrten sind einsam

Parkbank im Schatten Las Palmas Gran Canaria
Parkbank im Schatten

Ich blickte nach vorne, aber es gab keinen weiteren Menschen, den ich beobachten konnte. Freute mich heute über Abwechslung, weil die Konzentration auf mich selbst, heute nur rückmeldete: ich bin müde, ich bin schlapp, können wir nicht wieder umdrehen? Da sah ich im Augenwinkel, wie mich der Mann taxierte, ziemlich lange und intensiv. Und dann kam es. Ich hörte es deutlich. Es war ein Pfeifen, er pfiff mir hinterher, weil ihm gefallen hatte, was er sah!

Traumfrau erschien vor meinem geistigen Auge

Atlantik vor Arinaga im Osten von Gran Canaria.
Atlantik vor Arinaga im Osten von Gran Canaria.

Sofort hatte ich ein wunderschönes Bild vor Augen, wie eine schlanke, sportliche, gut aussehende Frau mit ihrem Rennrad durch die Straßen raste. Diese Frau war braun gebrannt und ein fröhlicher Mensch. Ich lächelte und war diesem Herrn sehr dankbar! Obwohl ich eigentlich nicht auf das hinterher pfeiffen bei Frauen stehe, machte mich diese kleine Geste doch sehr glücklich. Das Lächeln bekam ich nicht mehr aus dem Gesicht und ich bemühte mich – ehrlicherweise – auch nicht besonders. Ich genoss es einfach.

Vermied trotzdem das Bedanken

Ich unterdrückte den Impuls mich umzudrehen, um ihm zu zeigen, wie sehr mich sein Pfeiffen ermunterte und ich blickte auch nicht an mir hinunter, um mein inneres Bild mit der Realität abzugleichen. Nö, dieses Gefühl, als doch schon in die Jahre gekommene Frau attracktiv zu sein, genoss ich und nahm ich mit auf die Tour. Auch wenn ich mich nicht umdrehte, mein Lächeln muss er gefühlt haben und er darf es wieder tun. Das Pfeiffen und vermutlich werde ich wieder Lächeln.

Eure,

Paula

Wenn sich Körper und Wetter verbünden – bleibt die Umkehr

Morgensonne Arinaga Gran Canaria.

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Wenn sich mein Körper mit dem Wetter verbündet, sollte ich lieber hören, dann wäre mir Hitze und Kreislaufprobleme erspart geblieben. Aber so …

Morgens um vier Uhr war Schluss

Morgensonne Arinaga Gran Canaria.
Morgensonne Arinaga Gran Canaria.

Heute morgen war ich wirklich bedient. Gestern hatte ich alles so schön geplant. Heute sollte eine Tour nach Santa Lucia erfolgen, schön langsam, weil ich merke, dass der rasante Anstieg vom Sport seine Spuren hinterlässt. Also sollte eine wirklich langsame Tour folgen mit einem Cafe solo in der kleinen süßen Bar oben in Santa Lucia. Dort sah ich letztens viele Radsportler sitzen, weshalb ich mich schon auf ein nettes Gespräch freute.

Überholtes Rennrad wartet ungeduldig

Aber es sollte alles anders kommen, als geplant. Dabei hatte ich gestern extra meine Bremsen nachgestellt, die Reifen aufgepumpt und das Trinken kalt gestellt. Aber heute Morgen um vier Uhr war Schluss mit lustig. Es war nicht mehr an Schlaf zu denken. Fit war ich aber auch nicht, schlief ich nur vier Stunden. Ein Blick nach draußen sagte mir, es bringt nichts, vor acht Uhr brauchst du nicht losfahren. Eh schon müde von den letzten Wochen, hätte ich diesen Schlaf vor der Fahrt so gut gebrauchen können. Nö, aber mein Körper rebellierte. Meinte einfach nicht schlafen zu müssen. Jegliche Überredungskunst verpuffte und reichte lediglich für wenige Minuten bis zur nächsten Wachphase.

Ich lief in der Nacht einen Marathon – und Sie so?

Hitze und kein Wind im Barranco de Guayadeque fühlt sich an wie ein heißer Ofen.
Hitze und kein Wind im Barranco de Guayadeque fühlt sich an wie ein heißer Ofen.

Um acht Uhr hatte ich die Schnauze voll und wollte aufstehen. Allerdings überlegte ich, wie ich das mit dem Radfahren mache. Ich fühlte mich arg matschig, wie durchgekaut und so gar nicht gerüstet für die Fahrt. Während ich überlegte, welche Tour ich stattdessen fahren könnte, rebellierte mein Körper erneut und ich schlief über die Überlegungen ein. Na toll, um zehn Uhr wurde ich wieder wach und es fühlte sich an, als hätte ich in der Nacht einen Marathon mit anschließendem Krafttraining hinter mir. Mir tat jeder Muskel weh und ich fragte mich, ob ich irgendwas in der Nacht nicht mitbekommen hatte. Das ging doch nicht mit rechten Dingen zu.

Rennrad-Tour nur ohne Muskelkater

Okay, da ich mich kaum bewegen konnte, strich ich traurig meine Fahrt in die Berge. Dabei hatte ich mich so gefreut und nun … schade. Aus Frust aß ich dann gleich mal Magdalenas und trank meinen Guten-Morgen-Kaffee. Dabei las ich im Bett meinen angefangenen Roman zu Ende. Als ich den durch hatte, meine Magdalenas leerem Papier wich, mein Becher leer vor sich hinstarrte, wollte ich Nachschub holen. Und was musste ich dann bemerken? Der nächste Streich. Mein Körper bewegte sich wieder recht geschmeidig, gut, nicht wie bei einer zwanzigjährigen, die voll im Saft steht, aber immerhin konnte ich mich ohne Schmerzen bewegen.

Kurze Hochphase nutze ich sofort aus

Landschaft zum Genießen auf Gran Canaria
Landschaft zum Genießen auf Gran Canaria

Kurzfristig nutze ich die Chance, dass mein Körper anscheinend vergass zu rebellieren und startete meine Tour. Zwar mehr als zwei Stunden später als geplant, aber das war mir Wurst. Dafür würde ich in Santa Lucia eine längere Pause einlegen. Das bekäme ich schon hin. Vielleicht war sogar eine kleine Tapas drin. In Gedanken suchte ich mir schon mal aus, was ich später wählen würde. Allerdings hat sich mein Körper wieder erholt und meinte mir erneut Steine in den Weg zu legen. Die Beine wurden mit jedem Tritt schwerer und als ich bergauf fuhr, wünschte ich mir so sehr den Wind herbei. Wenn er nicht da ist, fehlt er mir dann doch. Egal, wie viel ich sonst über ihn schimpfe. Das alles immer gleich so beleidigt reagiert und alles einstellt.

Hitze kann ganz schön heiß sein

Also fuhr ich die ersten Meter den Berg hoch und ich wusste, warum in den Foren davon abgeraten wird die Rennrad-Touren zu spät am Tag zu beginnen. Als würde ich in einem Ofen fahren. Einem schräg stehenden Ofen natürlich, denn es ging ja bergauf. Der Schweiß lief mir in die Augen und da fand ich, hatte es so gar nichts zu suchen. Arg unangenehm, brannte richtig ein wenig. Als ich dann überlegte, in Era de Cardón nicht nach Santa Lucia, sondern über Los Corralillos direkt nach Hause zu fahren, meinte mein Körper, dass das immer noch zu weit ist und rebellierte auf Höchststufe. Kreislaufprobleme! na super, mit denen gab ich nach, was sollte ich auch sonst machen? Ich drehte und fuhr die Strecke wieder zurück. Als ob mein Körper lachen würde, war der Kreislauf schlagartig wieder fit, das Wetter hatte sich mit meinem Körper verbündet und wehte mir heftigst ins Gesicht. Gegenwind! So werden wir keine Freunde mehr, wirklich nicht.

Eure,

Paula

Rennrad-Tour zum Barranco de Guayadeque bei Agüimes

Barranco de Guayadeque Gran Canaria

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Rennrad-Tour im Barranco de Guayadeque, heißt in absolut schöner Gegend fahren, aber auf so schlechtem Apshalt, dass ich leider umkehrte.

Manche Gefühle sollte ich ernster nehmen

 

 

Barranco de Guayadeque Gran Canaria
Barranco de Guayadeque Gran Canaria

 

Es gibt Dinge, die sollte man nicht machen. Und wenn es so ist, dass man jedes Mal ein ungutes Gefühl dabei hat, es aber immer gut ging, sollte man sich drauf einstellen, dass es irgendwann vorbei ist mit dem Gutgehen. Ich fotografierte und übertrug meine Fotos von der Kamera auf den Laptop. Nach dem Übertragen wurde ich immer gefragt, ob ich die Fotos auf der Kamera behalten oder löschen möchte. Ich klickte immer auf löschen, da die Speicherkarte sonst schnell voll wäre, aber jedes Mal hatte ich den Gedanken „aber wehe, es gibt einen Fehler auf dem Laptop, dann sind die Fotos futsch“. Ja, und was soll ich sagen? Gestern übertrug ich wie immer, löschte auf der Kamera und dann hing sich mein Programm auf.

Apfeltalk.de und PhotoRec halfen

Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit seinen vielen Höhlen
Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit seinen vielen Höhlen

Nach dem alles wieder lief, kam der Schock! Die Bilder waren nicht mehr da. Auf der Kamera waren sie – logischerweise – auch nicht mehr. Also trat genau der Fall ein, den ich nicht wahrhaben wollte. Mit „Es wird schon ncihts passieren“ überging ich diese Gedanken. Immerhin nehme ich mir vor, diesen Gedanken in Zukunft mehr Raum zu geben. Vielleicht ändere ich mein Verhalten ja noch, wer weiß. Nun saß ich den ganzen Tag und versuchte die Daten zu retten, wenn es ging, kostenlos. Manche Preise sind schon Wucher! Aber ich fand über apfeltalk.de das open-source Programm PhotoRec. Mit diesem rettete ich meine Daten und deshalb kann es heute mit Verzögerung mit dem Blog losgehen.

Barranco de Guayadeque mit seinen Höhlenrestaurants

Diese Woche standen nur zwei Ausfahrten an, weshalb ich sie etwas anspruchsvoller plante. Gestern wollte ich den Barranco de Guayadeque befahren und auf mich wirken lassen. Bis dato war ich dort immer nur mit dem Auto, meiste einem Jeep. Die Straße beim Barranco de Guayadeque führt direkt im trockenen Flussbett entlang. Ich blickte also von unten nach links und rechts hinauf zu den gewaltigen Fels- und Bergwänden. Dieser Barranco ist bekannt für seine Höhlen. Es gibt am Anfang des Barranco eine Ausstellung mit der Geschichte des Barrancos. Weiter in den Bergen, auf einer Höhe von 700 Metern, kommen Restaurants und Cafés, die sich in den Höhlen befinden. Bis dahin kam ich leider nicht.

Gegenwind, schlechter Asphalt und Anstiege

Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit Blick auf Agüimes
Barranco de Guayadeque Gran Canaria mit Blick auf Agüimes

Meine Planung der Touren erfolgt meist so, dass ich dem Gegenwind so gut es geht, aus dem Wege gehe und mir die Möglichkeiten der Einkehr ermögliche. So konnte ich jederzeit eine Rast oder Pause machen und mich bei Bedarf stärken. Was ich nicht ganz verstand, war, dass ich Gegenwind hatte. Nun kommt der Wind für gewöhnlich (zu 99%) von Nordosten und ich fuhr Richtung Westen. Und leider, leider, führte die Kombination von Gegenwind, schlechtem Belag und Berganstieg dazu, dass ich diese Tour nicht zu Ende fuhr. Ich drehte um und fand es schade, dass diese ansich schöne Tour für das Training nicht infrage kam. Es ist eine einsame, wunderschöne Strecke, mit einem schönen Anstieg zum Üben.

Schmetterlingsfarm und Parque de los Cocodrilos

Heute fuhr ich zum ersten Mal von unten nach Los Corralillos und entdeckte unterhalb des Parque de los Cocodrilos eine Schmetterlings-Farm. Diese ist gut mit dem Mountainbike zuerfahren, sodass ich mir diese mal anschauen werde. Was mich allerdings stutzig macht, ist, dass auf dem Hinweisschild das Wort Schmetterlingsfarm in deutsch und englisch stand, aber nicht in spanisch. Vielleicht doch nur eine Touristenattraktion? Ich werde sehen. Heute aber, wollte ich bei der Hitze nur noch nach Hause. Denn trotz des Windes, der heute sehr schwül war, stand die Hitze.

Eure,

Paula

 

 

Von 0 auf 828 in 128 Minuten mit dem Rennrad nach Santa Lucía

Barranco de Tirajana auf Gran Canaria

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Meine Sonntagsausfahrt mit dem Rennrad sollte bis Santa Lucía auf eine Höhe von 828 Metern führen, vorausgesetzt ich erreiche den Bergkamm.

Sonntagstour nach Santa Lucía

Am heutigen Morgen war ich etwas geschafft und müde vorm Vortag. Deshalb fuhr ich zwar meine geplante Route los, aber es gab genügend Abzweigungen an denen ich hätte die Strecke abkürzen können. Denn ich wollte 53 km fahren mit insgesamt 1.000 Höhenmetern. Meine derzeitigen Strecken waren 20 km kürzer und 500 Höhenmeter weniger. Für den Sonntag dachte ich, könnte ich das mal angehen. Das Wetter spielte mit, es war zwar sehr warm, aber der Wind war nicht so schlimm.

Tapfer fuhr ich Richtung Anstieg

Anstieg von Era de Cardon nach Santa Lucía auf Gran Canaria.
Anstieg von Era de Cardon nach Santa Lucía auf Gran Canaria.

Nach dem Ort Era de Cardon kam meine Abzweigung. Auf dem Kilometer vorher sah ich den Anstieg, der über den Berg führte und sehr bedrohlich für meine Beine aussah. Aber tapfer fuhr ich bei der Abzweigung nicht wie die letzten Mal rechts ab Richtung Agüimes, nein, ich fuhr nach links Richtung Santa Lucía. Mir war klar, dass ich diesen Anstieg nicht komplett schaffen würde und war gespannt, wie weit ich es fahren könnte. Die Anstiege waren von Anfang an steiler, als die bisherigen, aber erstaunlicherweise fuhr es sich recht gut.

Mit Blick zum Asphalt fuhr ich hoch

Mein Blick wanderte immer wieder zur nächsten Biegung und wunderte mich jedes Mal, wenn ich dort ankam und immer noch Kraft hatte, um weiter zu fahren. So fuhr ich von Anstieg zu Anstieg und plötzlich teilte sich vor mir der Felsen. Ich hatte es geschafft und war auf der Bergspitze! Ich hatte es tatsächlich geschafft. Niemals hätte ich das gedacht, nicht heute und sonst auch mit mehr Problemen. Aber nein, ich rollte auf die andere Seite des Berges mit einem lauten Freudenschrei.

Barranco de Tirajana – gigantisch

Barranco de Tirajana auf Gran Canaria
Barranco de Tirajana auf Gran Canaria

Hinter der Bergspitze öffnete sich eine atemberaubende Landschaft. Es gab zwei Bergketten, die vom Barranco de Tirajana getrennt waren. Ich fuhr Richtung Santa Lucía und blickte in das Tal und sah gegenüber die steilen Felswände. Gigantisch! Der Berg Amurga, auf den ich blickte maß stolze 1.131 Meter. Die Strecke nach Santa Lucía führte westwärts und ich entdeckte bald die Ortschaft San Bartolomé in den Bergen. Es sah so aus, als ob San Bartolomé direkt in den kompletten Barranco einsehen konnte.

Barranco de Tirajana mit Blick auf Amurga (1131m) auf Gran Canaria.
Barranco de Tirajana mit Blick auf Amurga (1131m) auf Gran Canaria.

Zwischendrinnen fuhr ich am Stausee Embalse de Tirajana vorbei, der – wie alle anderen Stauseen derzeit – sehr wenig Wasser enthielt. Es führte ein Weg hinab zum Stausee, der auch ein Restaurant bot. Dort wurde der Ausblick mit Schildern angepriesen und ich schwor mir, beim nächsten Mal diese 500 Meter hinab und wieder hinauf zu fahren, um dort unten Fotos zu machen. Von der Staumauer aus, musste der Blick in den Barranco wunderschön sein.

Pause in Santa Lucía gestrichen

Da ich nicht wusste, wie ich die Hälfte des Weges hinter mich gebracht haben würde, plante ich einen Halt in Santa Lucía für eine  kurze Kaffeepause. Allerdings war ich fitter als ich dachte und fuhr direkt vor der Ortschaft Richtung Temisas. Nun würde ein erneuter Anstieg folgen, der so aussah, als ob meine Beine den nicht hochfahren. Konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich diesen steilen Anstieg schaffen sollte. Aber auch dieses Mal täuschte ich mich. Die Anstiege sahen schlimmer aus, als es sich dann tatsächlich fuhr.

Temisas bot sich nicht für eine Rast an

Beim Mirador de Guriete vor Santa Lucía auf Gran Canaria.
Beim Mirador de Guriete vor Santa Lucía auf Gran Canaria.

Nach dem Anstieg fuhr ich über die zweite Bergspitze und ich blickte in das nächste Tal und gegenüber auf den Berg Teheral mit 912 Metern. Die knackigen Anstiege bleiben, allerdings waren diese leichter zu fahren, weil ich mit SChwung von den Abstiegen kam und diesen meistens mitnehmen konnte. Ich merkte, dass ich die Haarnadelkurven besser fuhr. In Temisas liess ich die Pause ausfallen, weil der Ort direkt unter der Straße lag und nicht wirklich zu einer Rast einlud. Direkt an der Straße war ein Cafe, allerdings ohne Außenplätze. Da ich mein Rennrad nicht allein draußen stehen ließ, fuhr ich weiter. Ich hatte noch genügend Trinken und einen halben Riegel, sodass die Rast nicht unbedingt sein musste.

Agüimes empfing mich mit Wind

Nun führte die GC550 Richtung Agüimes und ich spürte den Wind, der vorher von den Bergen abgeschirmt war. Anfangs freute ich mich, da es fast 30 Grad hatte und ich die Abkühlung genoss. Allerdings wurde der Wind mit jedem Kilometer heftiger, sodass er mich zwang langsamer zu fahren. Denn auf den Bergstraßen wurde ich durch den Seitenwind doch arg gebeutelt. Da ich keine Lust auf einen unfreiwilligen Abstieg hatte, gab ich nach. Musste deshalb viel mehr auf den Abstiegen bremsen, als mir lieb war.

Begleitschutz von Guardia Civil

Kurz vor Agüimes bog ich rechts nach Los Corralillos ab, denn die Abfahrt von Agüimes nach Cruce de Arinaga mit dem heftigen Wind, tat ich mir nicht mehr an. Da doch lieber die Strecke über den Crocodrillos Park. Dieser war mit weniger Wind, schönerer Landschaft und weniger Autos eh zu empfehlen. Eine Weile fuhr die Guardia Civil hintermir, weshalb ich peinlichst auf meine Geschwindigkeit achtete. Weshalb sie mich nicht überholten und so lange hinter mir blieben, konnte ich nur raten.

Zu Hause in meiner Wohnung spürte ich nach der dreistündigen Fahrt jeden Muskel, aber war glücklich und happy, dass ich diese Fahrt so erfolgreich und doch recht entspannt fahren konnte. Ich entwickle mich noch zur Bergspezialistin, wenn es so weiter geht.

Eure,

Paula

 

Meine Rennrad-Tour am Sonntag über Sardina nach Los Coralillos

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Sonntagstour mit meinem Rennrad durch die Berge von Gran Canaria und ich fühlte mich wie der King. Anstiege waren auch wieder stetig und gut zu fahren.

Dunkle Wolken lassen mich an der Tour zweifeln

Hinter Sardina Richtung Landesinnere taucht dieser  Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria auf. Foto: gran-canaria-blog.de
Hinter Sardina Richtung Landesinnere taucht dieser Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria auf.

Ich war mir nicht sicher, ob ich heute schon wieder eine Tour mit dem Rennrad fahren sollte oder ob ich einfach mit dem Mountainbike ein paar Runden ums Haus fahre, um die Beine zu lockern. Ein Blick zum Himmel deutete daraufhin, heute keine Tour zu fahren. Dunkle, dicke Wolken am Himmel, die die Sonne verbergen. Da ich trotzdem Lust hatte, horchte ich in mich hinein bzw. in meine Beine und die waren heiß auf den Ritt. Nun denn, ich verschob  den Start und machte mich langsam fertig.

Kleine Steigerung nach den letzten beiden Touren

Die heutige Rennrad-Tour sollte eine kleine Steigung zur letzten (ersten) Bergtour darstellen. 6 km und 100 hm mehr. Sollte ich es nicht schaffen, konnte ich jederzeit umdrehen und runterrollen. So beruhigte ich mich, da ich erstaunt war, dass meine Beine sich so gar nicht zu Wort meldeten. Auf die Tour war ich gespannt. Es war ein anderes Gebiet und ich freute mich auf neue Eindrücke. Meine Kamera war natürlich dabei. Frühstück ließ ich sausen, weil ich damit zu spät losgekommen wäre und die Hitze in den Bergen ist schon enorm. Dort weht kaum Wind und dann prallt die Sonne gnadenlos auf mich nieder.

Beim Start lacht die Sonne mit mir

Mitten im Barranquillo de Sardina wächst diese grüne Oase im Osten von Gran Canaria. Foto: gran-canaria-blog.de
Mitten im Barranquillo de Sardina wächst diese grüne Oase im Osten von Gran Canaria.

Pünktlich zum Start um 9:15 Uhr kam die Sonne heraus und es wurde schön. Na, wer sagt es denn. Diese Tour führte erst nach Vecindario, was ideal war um sich einzurollen. Nach 9 km führte die Tour Richtung Landesinnere und Richtung Sardina. Bis hierhin war es noch recht flach, allerdings spürte ich meine Beine. Da ausgerechnet jetzt wunderschöne Motive auftauchen, schoss ich ein paar Fotos und erholte mich etwas. Es ging weiter und der Anblick die Straße hoch, ließ mich doch an meiner Streckenplanung zweifeln. Es schien als ginge es stetig bergan und das nicht zu knapp.

Respekt vor dem Anstieg

Nachdem ich mir sagte, dass ich auch mit 5 km/h diesen Anstiege fahren kann und wenn alle Stricke reißen, rolle ich wieder runter, ging es los. Ich versuchte nicht zu oft nach oben zu schauen, sondern auf den Asphalt. So konzentrierte ich mich auf mich und meinen Puls. Denn egal, wie steil der Anstieg sein sollte, ich wollte den Puls im Grundlagenausdauerbereich halten. Bei 6 km/h fragte ich mich, wie langsam ich wohl fahren könnte. Allerdings wurde das nicht heute getestet. Der Anstieg sah schlimmer aus, als er war und er verlor mit jedem weiteren gefahrenen Meter mehr seinen Schrecken.

Angsteinflößender Anstieg war nicht meiner

Allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Anstieg bis zum Schluss schaffte. Denn es sah enorm steil aus, zumal von Weitem arg abenteuerlich gebaut. Mein Herz hüpfte vor Freude, als ich sah, dass ich diesen Wahnsinnsanstieg nicht fahren musste. Meine Tour führte mich nach rechts und ging erstmal bergab. Was in den Bergen erst für Erholung und dann schwere Beine sorgt, wenn es wieder bergauf ging. Als ich an diesem Punkt erneut Fotos schoss, fuhren die ersten Rennradfahrer an mir vorbei und es sollten weitere folgen.

Weitere 5 km in den Bergen

Bevor ich weiterfuhr checkte ich, wie es mit meinem Trinken aussieht. Aber ich hatte noch eine Trinkflasche und bereits 15 km hinter mich gebracht. Von den restlichen 15 km führten 10 km bergab, also blieben 750 ml für die nächsten 5 km. Das sollte reichen und los ging es. Ein rasanter Abstieg belohnte mich für die Mühen und die anschließenden Anstiege waren alle nicht mehr furcheinflössend. Also konnte ich die Strecke in den Bergen, die mich um den Roque Aguayro führte, genießen. Pures Erlebnis. Berge,Täler, Einsamkeit, Wärme, Sonne, blauer Himmel – herrlich.

Plötzlich fiel es 100 Meter neben mir ab

Abfallende Hänge beim Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria. Foto: gran-canaria-blog.de
Abfallende Hänge beim Roque Aguayro im Osten von Gran Canaria.

Der zweite Abstieg erhöhte meinen Adrelinspiegel schlagartig. Denn gefühlt fuhr ich Richtung Abgrund bevor die Straße nach links abbog. Puh, da musste ich sofort Fotos machen. Allerdings sieht es auf den Fotos eher schön und entspannt aus. Nach ein paar Sekunden hatte ich mich an den Anblick gewöhnt und fuhr voller Freude weiter. Als ich wieder am Anstieg war sah ich, dass hinter mir zwei Rennradfahrer gerade abwärts fuhren. Gespannt war ich, wie schnell sie mich einholen würden. Die anderen Fahrer, die ich sah, fuhren alle so schnell und dynamisch an mir vorbei, dass es nicht lange dauern konnte.

Süchtig nach Bergtouren

Weitere Ab- und Anstiege ließen mich endgültig von den Bergtouren schwärmen. Ich wusste, dass es nun mit mir vorbei war. Ohne Berge würde ich wohl kaum noch eine Tour fahren. Wie herrlich, interessant und abwechslungsreich sind diese Touren. Toll! Bei jedem Anstieg blickte ich zurück und sah, dass die beiden nicht näher kamen. Das wunderte mich insofern, da ich bei jedem Anstieg peinlichst genau auf meinen Puls achtete. Aber das gab mir einen zusätzlichen Kick!

Trinken beim Abstieg – fataler Gedanke

Die Sonne brannte mittlerweile herunter und ich versuchte regelmäßig zu trinken. Was allerdings bergan bei 7 km/h recht schwierig ist, wenn ich doch alle Hände brauche, um den Aufstieg zu schaffen. Deshalb dachte ich, mensch, trink doch, wenn du bergab fährst. Gute Idee und gleich beim nächsten Abstieg in die Tat umgesetzt. Aber nur kurz, denn ich fuhr die Abstiege mit rund 40 km/h hinunter und als ich so mit der rechten Hand trank und die linke Hand an der Bremse ruhte, dachte ich so, wenn ich nun bremsen muss, dann mache ich einen Abflug. Denn einhändig sollte keiner Bremsen, schon gar nicht bei meiner Geschwindigkeit und im Berg. So schnell hatte ich meine Trinkflasche noch nie wieder zurück gepackt.

Kurzzeitig gemeinsam

Schon waren die 5 km in den Bergen vorbei und ich bog rechts ab, um die 10 km wieder hinunter zu rollen. Meine Geschwindigkeiten erhöhten sich Richtung 50 km/h und achtete peinlich darauf, wenn Geschwindigkeitsbegrenzungen am Straßenrand standen. Was für Autos galt, sollte ich nicht übersehen. Plötzlich tauchte ein Auto vor mir auf und ich musste doch tatsächlich abbremsen für ein Auto?! Das fuhr auch danach langsamer als ich es getan hätte. Das fand ich nicht lustig und schon war ein anderer Rennradfahrer neben mir. Wir grüßten nett und als das Auto abbog, konnten wir wieder beschleunigen. Ich fuhr hinter ihm her und konnte sehen, wie der seitlich aufkommende Wind uns in Schlängellinien fahren ließ. Je näher wir der Küste kamen und in die Ebene, umso stärker wurde der Wind. Als er bald langsamer fuhr und sich umblickte sah ich, dass das die beiden Fahrer waren und wohl einer recht langsam fuhr, sodass der andere auf ihn wartete. Ich überholte den ersten Fahrer und fuhr alleine weiter. Es ging nur noch bergab und nach Hause, das schaffte ich ohne Begleitung.

Unten am Meer wieder angekommen freute ich mich, dass ich heute die Tour gestartete hatte und, dass ich trotz Berge im Grundlagenausdauerbereich blieb. Das machte mich dann doch stolz.

Eure,

Paula

 

 

 

Rennrad-Tour zu Free-Motion in Playa de Inglés im Süden von Gran Canaria

Auf Gran Canaria gibt es eine Vielzahl von Blumen und Pflanzen mit roten Blüten, was einen schönen Kontrast darstellen.

Flattr this!

Hallo, hier ist wieder Paula. Rennrad-Tour in den Süden von Gran Canaria, nach Playa del Inglés. Werkstatt- und Shopbesuch bei free-motion, was bis auf Weiteres mein Ansprechpartner wird.

Rennrad-Tour in den Süden von Gran Canaria

Rennrad-Fahrerin bei der jeder Autofahrer auf Gran Canaria aufmerksam wird.
Rennrad-Fahrerin bei der jeder Autofahrer auf Gran Canaria aufmerksam wird.

Heute startete ich besser vorbereitet auf meine zweite Rennrad-Tour. Es sollte zur Werkstatt von free-motion in den Süden von Gran Canaria gehen. Dort hatte ich vereinbart, dass meine Kurbel nachgezogen wird, damit ich weiterhin die Berge hochfahren kann. Es wartete eine gute 50 km lange Tour auf mich, die auf dem Hinweg sicherlich ein Zuckerschlecken sein würde (Rückenwind) und der Rückweg eine Qual. Also richtete ich mich auf viele Stunden Fahrt ein, da ich viele Pausen einkalkulierte.

Taschen im Trikot prall gefüllt

Dieses Mal nahm ich zusätzlich zu meinem Fotoapparat noch mein Smartphone mit, um es aufladen zu lassen. Mein Guthaben war leider nach 1 Woche aufgebraucht, was mir ein Rätsel ist, aber gut. Dem werde ich ein anderes mal nachspüren. Heute galt es Guthaben aufzuladen, damit ich wieder erreichbar bin und erreichen kann. Auch nahm ich Geld mit, weil ich eine eventuelle Pause im Süden überbrücken konnte. Konnte nicht einschätzen, wie gut ich heute unterwegs war, da ich vor zwei Tagen meine Bergtour hinter mir ließ.

Rückenwind ist herrlich

Die Fahrt führt an der Küste entlang, sodass das Meer auf Gran Canaria immer im Blick ist.
Die Fahrt führt an der Küste entlang, sodass das Meer auf Gran Canaria immer im Blick ist.

Der Anfang des Weges war ein Genuss. Rückenwind und eine gute Geschwindigkeit ohne treten zu müssen. So konnte es bleiben. Allerdings hoffte ich, dass es in ein paar Stunden anders ist und der Wind nachlässt. Ich begegnete wieder ein paar Rennradfahrern, die komischerweise mir immer entgegen kommen. Bis dato hatte mich keiner überholt, und dass ich so schnell fuhr, dass es keiner schaffen würde, kann ich ausschließen. Also war die Planung der anderen Fahrer eine andere. Vermutlich würde ich diese Besonderheiten mit der Zeit herausbekommen.

Rückweg bei starkem Gegenwind

Allerdings spürte ich, dass ich heute nicht die Ruhe hatte, bei guten Fotomotiven anzuhalten. Die Rückfahrt machte mir doch etwas Angst. Denn wer fährt schon gerne bei 50 km/h gegen den Wind? Außerdem ist es hier auf Gran Canaria (und auch sonst Spanien)  mit den Öffnungszeiten ja so eine Sache. Bis 12.30 Uhr und ab 16.30 Uhr geöffnet. Sollte ich da zu spät kommen, zu viele Aufträge in der Werkstatt sein, müsste ich eine Wartezeit von vier Stunden einrechnen. Dem wollte ich vorbeugen und zumindest hin ohne Stopp fahren.

Meer und Berge bei schönem Wetter

Bei der Küstenfahrt auf Gran Canaria kommt aber die Bergansicht nicht zu kurz.
Bei der Küstenfahrt auf Gran Canaria kommt aber die Bergansicht nicht zu kurz.

Die GC-500 führt entlang der Küste und es ist herrlich. Mit dem Wind im Rücken und dem Ausblick aufs Meer zur Linken und zu den Bergen zur Rechten kann eine Rennrad-Tour nicht schöner sein. Die 25 km fuhr ich in erstaunlichen 1 h 15 min, obwohl ich im unteren Pulsbereich fuhr. Das hatte was. So hatte ich hoffentlich auch nicht zu viele Körner liegen lassen, um den Rückweg zu stemmen.

Werkstatt und Shop von free-motion

Den Shop und die Werkstatt fand ich auf Anhieb, meinem Navi sei Dank. Da das NAchziehen meiner Kurbel schnell erledigt war, wurde ich sofort mit meinem Rad vorgezogen. Bei der Gelegenheit fragte ich nach den Tricks und Tipps, wenn ich meine Gangschaltung einstellen möchte. Denn seit ich auf Gran Canaria war, schien sie nicht ordentlich eingestellt. Der Mechaniker erzählte mir, dass ein Teil verbogen war, was oft vorkommt, wenn das Rad im Fahrradkoffer transportiert wird. Er zeigte mir einen Plastik-Abstandhalter, den sie verwenden. Das werde ich mir für die nächste Reise merken.

Transportschäden korrigiert

Dieses Tier ist allgegenwärtig auf Gran Canaria, aber heute hatte ich dafür keinen Blick.
Dieses Tier ist allgegenwärtig auf Gran Canaria, aber heute hatte ich dafür keinen Blick.

Er bog dieses Teil auch wieder etwas zurecht, sodass das Geräusch weg war. Er riet mir allerdings, dass ich dieses Teil schon mal bestellen sollte, da dass die Sollbruchstelle beim Rahmen ist. Auf meine Nachfrage hieß es, dass ich das in Deutschland bestellen sollte. Denn hier gibt es keinen Look-Händler und die Kanaren würden sich in Sachen Rennrad und Look nicht so gut auskennen. Hm, mein Problem war, wie erkläre ich per Mail, welches Teil ich benötige? Aber das schob ich erstmal beiseite. Da musste mir noch was einfallen.

Im Shop von free-motion schaute ich mich um und entdeckte, dass ich hier alles bekommen würde, wenn Not am Mann war. Heute kaufte ich mir eine Karte für den Süden, die von der Beschaffenheit extra für Touren geeignet war. Da ich für meinen Garmin keine Spanienkarte besitze, zeigt es mir nur meine geplante Tour an, aber keine Sonstigen Straßen. Da würde mir diese Karte sicherlich behilflich sein.

Gegenwind versteckte sich anfangs

Der Nachteil beim Rennrad fahren ist, dass man weiße Füße und Hände bekommt.
Der Nachteil beim Rennrad fahren ist, dass man weiße Füße und Hände bekommt.

Nun, stand die Rückfahrt an. Und was soll ich sagen? Die ersten 15 km ging es ohne Gegenwind. Keine Ahnung, wo der in der Zeit war, aber ich war wirklich froh. Die letzten 10 km hatten es in sich. Manche Böen hoben mich fast an und ich überlegte, ob schon mal jemand samt Rad eine Rolle rückwärts beim Fahren machte. Mich hatte letztens jemand gefragt, ob das Tattoowieren weh tun würde. Also, wenn mir diese Böen entgegenschlugen und mir den mitgeführten Sand gegen meine Haut schlug, waren dieses Schmerzen größer als das Tattoowieren. Eindeutig.

Bei starken Böen blieb ich fast stehen

Ich wunderte mich bei diesem Gegenwind auch nicht, dass ich im kleinsten Gang fuhr und manchmal nicht schneller als 7 km/h. Kamen die Böen seitlich musste ich aufpassen, dass ich nicht zu weit von meiner Spur abgetragen wurde. Immerhin fuhr ich nicht alleine und die Autos würden sich bedanken, wenn ich plötzlich mitten auf der Straße fuhr. Aber ich stellte mich auf alles ein und war auf alles vorbereitet. Die Rückfahrt zog sich, aber ich war doch erstaunlich schnell wieder zu Hause. Hätte nicht gedacht, dass ich unter zwei Stunden bleiben würde. Auch zurück fuhr ich im mittleren Pulsbereich, was mir gefiel. Immerhin bin ich noch bei der Ausdauer und da war es wichtig im unteren Pulsbereich zu fahren. Eingehalten und glücklich nach der Fahrt habe ich dann erstmal 20 Stunden geschlafen. Lediglich unterbrochen, um dem Körper seine Nährstoffe in Form von Essen zuzuführen.

Eure,

Paula